Randale in Dresden Polizei setzt Ermittlungsgruppe ein

Jörg Schurig

Die Aufarbeitung der schweren Fußball-Krawalle beim Zweitligaspiel zwischen der SG Dynamo und Hertha BSC hat begonnen. Zurzeit wird umfangreiches Videomaterial ausgewertet.

Gespenstische Szenen: Polizisten sichern die Lage im Dresdner Stadion. Foto: Sebastian Kahnert/dpa

Nach den Gewaltexzessen beim Zweitliga-Fußballspiel zwischen der SG Dynamo Dresden und Hertha BSC soll eine Ermittlungsgruppe der Polizei das Geschehen im Rudolf-Harbig-Stadion aufklären. Sie trägt den Namen „Fahne“, besteht aktuell aus 14 Beamten und wird von der Berliner Polizei unterstützt, gab die Polizeidirektion Dresden bekannt. Die Aufgabe bestehe darin, die Abläufe der Ausschreitungen zu erhellen und die Tatverdächtigen für ihr Handeln zur Rechenschaft zu ziehen, verdeutlichte Dresdens Polizeipräsident Lutz Rodig.

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Die Polizei hat bis zum jetzigen Zeitpunkt 19 Ermittlungsverfahren eingeleitet. Im Fokus stehen schwere Körperverletzungsdelikte, Beleidigungen, Sachbeschädigungen sowie Landfriedensbruch. „Wir werden die Ermittlungen sehr konsequent vorantreiben. Bei der Identifizierung der Täter aus dem Umfeld von Hertha BSC zählen wir auch auf die Mithilfe unsere Kollegen aus Berlin. Mit Blick auf die Gewalttäter aus Dresden setzen wir unter anderem auf die Fähigkeiten unserer Super-Recognizer“, erläuterte Rodig. Solche Experten können Gesichter gut erkennen und konkreten Personen zuordnen.

Inzwischen hat die Ermittlungsgruppe umfangreiches Videomaterial sichergestellt. „Mehr als 330 Gigabyte Material liegen vor, die Kriminalisten werten diese bereits aus“, sagte Rodig. Die Polizei sucht nach Zeugen. Dazu wurde extra ein Hinweisportal im In-ternet eingerichtet.

Während des Spiels, das Berlin mit 1:0 gewann, war am Samstag in beiden Fanlagern wiederholt Pyrotechnik abgebrannt worden. Anhänger beider Mannschaften kletterten über Absperrzäune und attackierten sich im Innenraum des Stadions unter anderem mit Feuerwerkskörpern. Polizisten schritten daraufhin ein, trennten die Lager und sicherten das Spielfeld.