Radsport Saisonvorbereitung auf der Rolle

„Charlie“ Michael Fuckel und Volker Stumpf (links) vom Run&Bike Club Schmalkalden haben auch bergauf Spaß am Rennradfahren. Foto: privat/Karsten Lange

Laufen und Radfahren sind Aktivitäten, die auch in Coronzeiten für Individualsportler funktionieren. Run und Bike in der Gruppe ist ungleich schwieriger zu bewerkstelligen. Die Mitglieder des gleichnamigen Schmalkalder Vereins lassen sich trotzdem nicht unterkriegen.

Schmalkalden - „Charlie und Volker haben schon über dreieinhalbtausend Kilometer in den Beinen“, staunt Run&Bike-Chef Karsten Lange. „Bei mir sind es genau 2639. Wir sind also schon ganz gut drauf und freuen uns auf die Rennen, an den wir teilnehmen wollen.“

Rund dreitausend Kilometer auf dem Fahrrad, seit Beginn des Jahres wohlgemerkt. Das ist eine bemerkenswerte Sache von Michael Fuckel, Spitzname Charlie, von Volker Stumpf und Karsten Lange. Auch wenn in der „Laufleistung“ die Daten eingerechnet sind, die der jeweilige Sportler im Winter „auf der Rolle“ abgespult hat. Der Online-Dienst Strava macht eine genaue Aufzeichnung des schweißtreibenden Einsatzes möglich. Rolle fahren heißt übrigens, in den eigenen vier Wänden die Hinterradnabe des Rennrades in eine Art überdimensionale Schraubzwinge spannen, sich aufs Rad setzen und in die Pedale treten. Man kommt nicht von der Stelle, kann aber jede Menge Kilometer auf diese Art und Weise abspulen.

Noch etwas ist erstaunlich im Run&Bike-Club Schmalkalden. Während anderswo den Vereinen die Mitglieder abhandenkommen, begrüßte man hier gleich vier neue, ambitionierte Radsportler. „Zwei kommen aus Breitungen, einer ist hier aus der Nähe und zwei sind in Tiefenort zu Hause. Wir kannten uns schon von gemeinsamen Trainingsfahrten, aber nun gehören sie tatsächlich zu unserem Verein“, so Lange.

Wenn der Club am 27. Juni sein Mountainbike-Rennen in Schmalkalden ausrichtet, werden sicherlich auch sie zur Stelle sein. Denn an diesem Tag wird jeder Helfer gebraucht, um die Veranstaltung durchzuziehen, so sie denn stattfinden kann. Auf einem Rundkurs mit Start und Ziel am Schmalkalder Kunstrasenplatz sollen sich die Mountainbiker aller Altersklassen, von der U 9 bis zu den Masters- und Elitefahrern, im Gelände beweisen. Nach der Premiere dieses Radrennens vor zwei Jahren fiel der Wettkampf im vergangenen Jahr Corona zum Opfer. Im Sommer dieses Jahres soll er wieder über die Bühne gehen, diesmal im Rahmen des XCO-Bikecups Mitteldeutschland. „Die Streckenlänge wird gegenüber dem Rennen von vor zwei Jahren kürzer sein, dafür aber technisch etwas anspruchsvoller.“ Das sei eine Auflage der Bikecup-Organisatoren um den Ilmenauer Radsportvereins-Vorsitzenden Karsten Neumann und dessen Arnstädter Amtskollegen Orlando Wintzer.

Der Juni bietet für die Radsportler aus Schmalkalden übrigens noch einen weiteren Höhepunkt. Beim Velo Grand Prix am 13. Juni in Meiningen wollen sie sich von der besten Seite zeigen. Im Duell um vordere Platzierungen dürften sie gute Karten haben, weil sie die Strecke von ihren Trainingsausfahrten her kennen. Fehlen dann also „nur noch“ gute Beine. Für die sorgen sie aber jetzt schon mit ihrem Trainingsfleiß.

Nicht nur gute Beine, sondern auch eine große Leidensbereitschaft sind in den Alpen gefragt. Zwei hehre Ziele winken den Fachwerkstädtern in diesem Jahr in diesem Hochgebirge. Sechs Sportler aus dem Schmalkalder Club wollen sich der Herausforderung Engadiner Radmarathon am 4. Juli in der Schweiz stellen. Auf der 214 Kilometer langen Runde mit Start und Ziel im schweizerischen Zernez stellen sich 3827 Höhenmeter „in den Weg“. Das sei richtig schwer, erzählt Karsten Lange. Er ist den Engadiner 2018 schon gefahren und konnte sich als Dreizehnter seiner Altersklasse und als 61. In der Gesamtwertung über eine klasse Platzierung freuen.

Der Höhepunkt der Saison für die Biker aus Thüringen soll aber der Ötztaler Radmarathon am 29. August werden. Der Rundkurs führt auf 238 Kilometern von Sölden über die vier Alpenpässe Kühtaisattel, Brenner-, Jaufenpass und Timmelsjoch nach Südtirol und wieder zurück nach Sölden in Österreich. Unglaubliche 5500 Höhenmeter meistern die Teilnehmer während dieser Tour. Die Startplätze sind begehrt, das Kontingent beschränkt. Deshalb freuen sich die Schmalkalder, dass sie vier Startnummern ergattern konnten. „Der Ötzi ist unser großes Ziel, darauf arbeiten wir hin. Und wir hoffen für uns und für alle anderen, die daran teilnehmen wollen, dass diese Rundfahrt auch stattfinden kann.“

 

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