Radrundfahrt in Gefahr Große Sorgen um die Ladies-Tour

Die 37. Auflage der traditionellen Thüringen-Rundfahrt der Frauen im Juni dieses Jahres droht an einer Unterfinanzierung zu scheitern. Problem ist offenbar das Zurückfahren der Landesförderung.

Schlussspurt: Das Feld kommt in dieser Szene aus dem Jahr 2023 im Etappenziel Schmalkalden an. Foto: imago/Christian Heilwagen

Die Thüringer Ladies-Tour ist seit Jahrzehnten ein Ankerpunkt im Saisonkalender der Radsportlerinnen. In diesem Jahr soll die 37. Auflage der hochkarätigen Rundfahrt mit internationaler Beteiligung über die Bühne gehen, doch laut MDR ist die Austragung bedrohter als jemals zuvor.

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Hintergrund ist, dass die neue Landesregierung die unverzichtbaren Fördermittel rigoros zusammenstreichen will. Die Erfurter Staatskanzlei sieht sich nach eigener Aussage nicht in der Lage, das regelmäßig auch durch Südthüringen führende Event im bisherigen Umfang weiterhin zu unterstützen. Konkret soll der geplante Zuschuss des Landes bei kolportierten 200 000 Euro gelegen haben, die nun im Rundfahrt-Etat fehlen.

Für die einstige Weltklasse-Radsportlerin Vera Hohlfeld, Direktorin der Ladies-Tour, bietet sich „keine realistische Möglichkeit, die nach den Vorabsprachen aus dem vergangenen Jahr eingeplanten Mittel zu kompensieren“. Das heißt im Klartext: Wird das Geld nicht doch noch angewiesen, ist das Tour-Budget für 2025 nicht zu stemmen.

Vonseiten der Thüringer Staatskanzlei gab es auf MDR-Anfrage einen Verweis auf die schwierige Haushaltslage. Demnach sei eine Unterstützung „im geforderten sechsstelligen Umfang“ nicht umsetzbar. „Es ist der Landesregierung möglich, in geringem Umfang Unterstützung zu leisten“, teilte Sprecherin Sina Reeder mit. Da es sich bei der Ladies-Tour jedoch um eine privatwirtschaftliches Sportveranstaltung handele, würde eine weitere Bezuschussung dem Thüringer Sportfördergesetz entgegenstehen.

Ob die weit gediehenen Vorbereitungen auf die sechstägige Rundfahrt, die am 17. Juni beginnen soll, Makulatur sind, bleibt abzuwarten. Fakt ist, dass es nahezu aussichtslos erscheint, die Fördersumme durch Mittel aus anderen Quellen zu kompensieren.