Quilling in Schmalkalden Blumensträuße, die niemals welken

Endlich ist es wieder so weit: Monika Schwarz kann ihr Hobby, das bei ihr eine Passion ist, mit anderen teilen. Am Dienstag war sie in der AWO-Begegnungsstätte zu Gast.

Es gibt wohl kein Fest, das mehr für Neubeginn steht, als Ostern. Und so freut sich auch die Schmalkalderin Monika Schwarz, dass es „endlich wieder losgehen kann“. Die 66-Jährige hat sich dem Quilling verschrieben. Die Kunst, aus Papierstreifen wunderschöne Objekte zu zaubern, hat sie 2013 für sich entdeckt. Als es ihr nach einem Schicksalsschlag 2017 sehr schlecht ging, wurde es zum täglichen, mehrstündigen Ritual. Das filigrane Papierdrehen hilft ihr bis heute, abzuschalten und runterzukommen.

Aus der Beschäftigung wurde Begeisterung. Und mit ihr steckt Monika Schwarz andere an. Sie bot einen Kurs an der Volkshochschule an, hat sich kürzlich wieder dort gemeldet.

Aber auch in Kursen bei ihr zu Hause im Bastelzimmer können Interessierte Quilling erlernen oder eben in der AWO-Begegnungsstätte. Während der Corona-Pandemie konnte sie die Kurse gar nicht mehr oder nur zeitweise und dann nur für wenige Teilnehmerinnen anbieten. Aber auch per Smartphone und Computer hielten zumindest ihre Stamm-Quilling-Damen Kontakt. Größere Gruppen für ihre Leidenschaft begeistern? Das ging gar nicht mehr.

Doch nun, zu Ostern, starten Monika Schwarz und die ihr gleichgesinnten Quilling-Frauen wieder durch. In der AWO-Begegnungsstätte in der Hoffnung in Schmalkalden konnte am Dienstagnachmittag gequillt werden, was das Material hergab. Wunderschöne Objekte entstanden: Hasenfrauen mit Schleifen an den Ohren, Blüten in allen Farben und Größen, Osterlämmer, Küken und vieles mehr. Wer wollte, konnte mitmachen, aber auch die bereits gefertigten Sachen kaufen. „Der Erlös kommt in eine Sparbüchse und wird für die nächste Reise nach Dänemark verwendet“, erzählt Schwarz. Dort wohnt Karen-Marie Klip, die Ikone dieser Kunst, und mittlerweile Freundin von Monika Schwarz.

Die Fertigkeit, aus drei bis 35 Millimeter dünnen Papierstreifen ganz eigene Welten zu schaffen, bringt nicht nur Schönes zum Anschauen hervor, sondern schult auch die Motorik und hat ergotherapeutische Wirkung. Das Gehirn wird gefordert, wenn man sich Objekte selbst ausdenkt oder nach Vorlage arbeitet. Somit eignet sich Quilling als Beschäftigung, Therapie, aber auch als Hobby, um anderen mit den Produkten Freude zu bereiten.

Monika Schwarz ist in den Jahren selbst zu einer Expertin für Quilling geworden, 3D-Motive – die höhere Stufe des Quillings – sind für sie kein Problem. Jeder könne Quilling in jedem Alter erlernen, sagt Schwarz. Es heißt, es wurde von Mönchen und Nonnen erfunden. Sie verwendeten die Papierstreifenreste, die beim Zuschneiden von Büchern übrig blieben für filigrane Dekorationen.

Wer Lust hat, diese Papierdrehtechnik zu erlernen, kann sich bei Monika Schwarz melden, Tel. 0157/70438603.

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