Projekttag Den Kompass in der Hand – die Zukunft im Blick

Dagmar Orendt

Die Zehntklässler der Bürgerschule Sonneberg haben an einem sonnigen Oktobertag viel Verantwortung übernommen und einen eigenen Wandertag für jüngere Schüler geplant.

Die Schüler der Bürgerschule Sonneberg hatten während ihres Projekttages nicht nur einer Menge Spaß, sondern auch viel gelernt. Foto: Privat

Dieser Wandertag war ungewöhnlich: Statt einfach mitzuwandern, übernahmen die Zehntklässler das Ruder. Oder besser gesagt den Kompass. Jeweils drei Schüler aus der zehnten Klasse führten eine jüngere Klasse durch Wald und Wiesen, und das ohne Lehrkraft vorneweg, dafür mit echter Verantwortung, Teamgeist und Mut. Die Zehntklässler planten ihre Touren selbstständig, von der Routenwahl über die Zeitplanung bis hin zur Klärung von Sicherheitsfragen. Sie organisierten die Abläufe, bereiteten Inhalte vor und übernahmen die Leitung ihrer Gruppen. Ein echtes Projekt – draußen, unter echten Bedingungen.

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„Ich habe das erste Mal gemerkt, wie viel mir andere zutrauen und wie viel ich mir selbst zutrauen kann“, sagte ein Zehntklässler nach der Wanderung. Für viele wurde der Tag zur Bewährungsprobe, denn sie mussten Entscheidungen treffen, Gruppen leiten, Überblick behalten und dabei ein Vorbild für die Jüngeren sein.

Die Ziele des Projekttages waren sehr vielfältig: Die Klassen 5/1 und 6/2 stapften quer durch das Maisfeld zum Mühlteich in Neuhaus-Schierschnitz, während die 6/3 den Teich in Mogger erkundete. Für die 5/2 führte der Weg zu den Teichen in Bettelhecken und Mürschnitz, wo die Schüler viel über die Bedeutung für Tiere und Umwelt gelernt haben. Zur Trinkwassertalsperre Scheibe-Alsbach wanderte die 6/1. Die Siebtklässler beschäftigten sich entlang der Steinach mit dem Thema Hochwasserschutz. Das Ziel der Achtklässler: Der Stausee bei Bachfeld. Die neunten Klassen besichtigten das Pumpspeicherwerk in Goldisthal.

Für die jüngeren Schüler war es ein erlebnisreicher Tag voller Natur, Bewegung und Wissen, heißt es im Nachgang. Für die Zehntklässler war es jedoch weit mehr: ein Vorgeschmack auf die Welt da draußen. Auf Führung, Selbstvertrauen und das Gefühl, gebraucht zu werden. Denn der Weg in die Zukunft beginnt nicht erst nach der Schule.