Projekte vollendet Matschkuchen und echtes Gebäck

Große Freude in Diedorf und Zella: In den vergangenen Monaten sind nach und nach die Projekte aus dem Förderprogramm aus dem Thüringer Umweltministerium zur nachhaltigen Regionalentwicklung im Thüringer Teil des Biosphärenreservats Rhön fertiggestellt worden. Vor allem den Kindern und Jugendlichen in den beiden Dermbacher Ortsteilen kam das Budget zugute.

Über die wohl größte Veränderung freuen sich die Kinder der kürzlich als Biosphären-Kita ausgezeichneten Kindertagesstätte „Löwenzahn“ in Diedorf: Mithilfe der Zuwendung von rund 5700 Euro wurde im neu sanierten Gruppenraum eine Kinderküche gebaut. In der Kita sollen schon die Kleinen die Chance erhalten, nachhaltige, maßvolle, gesunde und heimatverbundene Lebens- und Ernährungsweisen zu verinnerlichen. Neben dem Kennenlernen und der Herkunft der Lebensmittel ist die Verarbeitung ein wichtiger Bestandteil der erzieherischen Arbeit. Für die kindgerechte Zubereitung hatte die Gemeinde Dermbach daher im vergangenen Jahr im Programm „Investive Projekte zur nachhaltigen Entwicklung im Thüringer Teil des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön“ Fördermittel für den Kauf einer Kinderküche beantragt. Der Bau war nicht einfach, berichtet Dermbachs Bürgermeister Thomas Hugk (CDU). Alles musste auf die Körpergröße der kleinen Köchinnen und Köche angepasst werden, gleichzeitig galt es, die Sicherheitsstandards einzuhalten. Das Ergebnis kann sich nun aber sehen lassen. Ab sofort wird in der Küche zum Beispiel jeden Donnerstag gemeinsam gebacken.

Ebenfalls eine Küche – allerdings zur Zubereitung von zum Verzehr eher ungeeigneten Speisen – wurde für die Kinder des Kindergartens St. Valentin in Zella errichtet. Die neue „Matschküche“ im Außenbereich, finanziert mit der Zuwendung des Umweltministeriums in Höhe von rund 2400 Euro, wird bereits ebenso rege genutzt wie die „echte“ Küche in Diedorf. Gebaut wurde die Matschküche von Jürgen Jende, Opa eines Kindergartenkinds aus Andenhausen, und Rudolf Weber von der Pfarrgemeinde Föhlritz.

Auch in der unmittelbaren Umgebung des Kindergartens auf dem Gelände der Propstei Zella hat sich etwas getan: Für rund 34 000 Euro – 90 Prozent davon gefördert – ist ein stufenfreier Zugang zum Gelände der Propstei und zur Mariengrotte geschaffen worden. Der 50 Meter lange und etwa 1,2 Meter breite rollstuhlgeeignete Pflasterweg soll allen Besuchern an der Ecke Goethestraße/Sportplatzweg als Hauptzugang für das Gelände dienen und erschließt auch die historische Mariengrotte als Pilgerstätte stufen-frei.

Tradition wird nachhaltiger

Direkt gegenüber dem neu gestalteten Aufgang zur Propstei liegt die Parkanlage, in der jedes Jahr im August im Ortsteil Zella Kirmes gefeiert wird. Zur Kirmes, die in vielen Dermbacher Ortsteilen eine lange Tradition hat, wird von den einzelnen Kirmesgesellschaften ein Baum geschlagen und im eigenen Ortsteil aufgestellt. Um diese Tradition nachhaltiger zu gestalten, hatte der Zellaer Kirmesverein eine Idee und diese an die Gemeinde herangetragen. An der Stelle des bisherigen Fundaments ist im Rahmen des Förderprogramms eine standorttypische Linde gepflanzt worden, die künftig als Kirmeslinde dient. Zur Neugestaltung der Anlage gehört zudem ein Kreis, der saisonal bepflanzt wird.

Insgesamt setzt Dermbach mit seinen Ortsteilen zehn Projekte um. Ebenfalls bereits realisiert wurden eine sternenparkkonforme Beleuchtung am Sportplatz in Diedorf, der Bau eines Himmelsschauplatzes auf dem Gläser sowie die Schaffung von E-Paper-Haltestellen im Feldatal. Auf dem Gläser wird es zudem einen Automaten mit regionalen Produkten geben, in Urnshausen wird eine öffentliche Bücherzelle eingerichtet, und auch die Beleuchtung an der Propstei Zella wird umweltverträglicher umgerüstet.

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