Das klang nach buntem Programm, nach Ausflug und nicht nach Verbandstagung: Stadtführung, Einkaufsbummel und Besuch beim MDR und im Ega-Park. Doch der erste Eindruck täuschte. Denn die Drechsler und Holzspielzeugmacher aus ganz Deutschland hatten sich Anfang Mai in Erfurt nicht zum Vergnügen getroffen, sondern zum 143. Deutschen Drechslertag. Im Hotel Krämerbrücke kamen die Meister der Drechselkunst zur Jahreshauptversammlung zusammen. Einer von ihnen war Frank Huhn, der einst in achter Generation das Drechslerhandwerk in seinem Heimatort Steinbach-Hallenberg ausübte. Doch die Werkstatt der Vorfahren und von Vater Günter Huhn, der Bundesinnungsmeister der deutschen Drechsler war, gibt es so nicht mehr. Frank Huhn musste angesichts immer schwieriger wirtschaftlicher Bedingungen diesen Beruf, die Werkstatt aufgeben. Heute arbeitet er im Sozialwerk Meiningen. Doch dem Holz, dass sich in Form eines Kerzenständers, kunstvoll verzierten Holztellers oder einer geschwungenen Schüssel glatt und gar nicht rissig anfüllt, diesem Holz hat Frank Huhn noch nicht den Rücken gekehrt.