Tier blieb trotz Geschaukel im Lastkahn
In der Region hatte es über viele Stunden starken Wellengang gegeben, der Wal war im Lastkahn stark hin und her geschaukelt. Obwohl das Absperrnetz am Ende bereits am Freitagnachmittag entfernt wurde, war das Tier in der Barge geblieben, den verfügbaren Drohnenbildern zufolge überwiegend in einer Ecke liegend. "Auf mich hat das den Eindruck gemacht, als wäre der Wal nach wie vor so entkräftet, dass er einfach zu starken Reaktionen gar nicht mehr in der Lage war", erklärte Ritter.
Auf Drohnenbildern des Livestream-Anbieters News5 war am Samstagmorgen kurz ein im Wasser schwimmender Wal zu erkennen - ob es sich tatsächlich um das freigesetzte Tier handelte, ließ sich nicht gesichert sagen. Der Buckelwal sei in einer der meistbefahrenen Schiffsrouten Europas ausgesetzt worden, sagte Thilo Maack von Greenpeace.
Werden wir sein Schicksal je erfahren?
Der vier bis sechs Jahre alte Walbulle war Anfang März erstmals in der Ostsee gesehen worden. In den etwa 60 Tagen bis zum Transport lag er rund zwei Drittel der Zeit in Flachwasserzonen, zuletzt vor der Insel Poel. Am Dienstag war er in einen Lastkahn bugsiert worden, der dann an einen Schlepper gekoppelt Richtung Nordsee startete.
Die Tierschutzorganisation Whale and Dolphin Conservation (WDC) hatte betont: "Von einer Rettung kann man erst sprechen, wenn sich der Wal zurück im Nordatlantik befindet und dort langfristig überlebt; sich seine Haut wieder vollständig erholt hat; er wieder eigenständig auf Nahrungssuche geht und an Gewicht zunimmt; und seinem natürlichen Verhalten nachgeht."
Ohne Ortsdaten des GPS-Senders droht das Schicksal des Wals nun aber ungeklärt zu bleiben, womöglich für immer.