Private Fachschule Suhl Ausbildungsangebote für Berufe mit Herz

Logopäden sind gefragt. Doch zu wenig junge Leute entscheiden sich für diesen Beruf. Die Klassen in der Privaten Fachschule für Wirtschaft und Soziales sind klein. Die Auszubildenden freuen sich unterdessen auf einen abwechslungsreichen beruf, für den es Kreativität und Herz braucht.

Der erste Griff zur mannshohen Puppe fällt schwer. Sie liegt zugedeckt in einem Pflegebett, ein Intubationsschlauch schaut aus ihrem Hals. Doch unter Anleitung von Pflegelehrerin Heidrun Weiß verlieren die Auszubildenden zu Pflegefachmann und Pflegefachfrau schnell ihre Scheu und die Berührungsängste. Am Gummi-Trainingspartner lernen sie unter anderem, wie sie im Beruf vorzugehen haben in Sachen Körperpflege. Heidrun Weiß öffneten den Mund der Puppe. „Die Zähne lassen sich herausnehmen“, sagt sie und hält das Gebiss in der Hand. Die Puppe ist oben wie unten ausgestattet wie ein Mensch, erklärt sie. Was sie und ihre Kollegen den Auszubildenden in den Pflegekabinetten in der Fachschule für Wirtschaft und Soziales beibringen, nehmen diese mit in die praktischen Ausbildungseinheiten in den Senioren- und Pflegeheimen.

Beim Tag der offenen Tür in der Fachschule können sich die potenziellen Azubis und ihre Eltern am Freitagnachmittag aber nicht nur den Übungspuppen nähern. Auch die Erzieher, die Heilerziehungspfleger, die Sozialassistenten und die Sozialbetreuer haben einiges vorbereitet, um den jungen Leuten Lust zu machen auf eine Ausbildung im Haus.

Sportlich geht es bei den Sozialassistenten und den Sozialbetreuern zu. Sie tanzen zu Bewegungsliedern.

Wie es sich anfühlt, blind ein Bild zu malen, demonstrieren die angehenden Heilerziehungspfleger. Einen Baum, ein Haus und einen Menschen sollen die Besucher mit verbundenen Augen zeichnen. Schulleiterin Kristin Richter bedauert, dass der Beruf noch nicht so gut angenommen wird. Er vereine Wissen aus Pädagogik und Pflege. Noch seien Plätze frei in der Klasse 2022/2023.

Auch bei den Pflegefachkräften mangele es an Interessenten. „Dabei werden sie so dringend benötigt“, sagt sie.

Während sich die Erwachsenen um ihre berufliche Zukunft kümmern, wird der kleine Luka magisch angezogen von den Luftballons, die in den Raum der Logopäden führen. Auch Bauklötze und Seifenblasen lassen das Herz des kleinen Jungen höherschlagen.

Gute Chancen

Genau solche Momente sind es, die die Auszubildenden an ihrem Beruf so lieben. „Man braucht ganz viel Herz“, sagen sie. Auch Kreativität sei gefragt, sagt Auszubildende Francis Reuther. Es sei ein abwechslungsreicher Beruf, in dem man sich auch spezialisieren könne, etwa auf das Arbeiten mit Kindern. Heilerziehungspflege, Pädagogik und Anatomie würden während der dreijährigen Ausbildung vermittelt, sagt Lehrlogopädin Emma Schwabe. Trotz begeisterter Schüler: Auch die Logopädie-Klassen in der Privaten Fachschule sind klein. Dabei stehen die Berufschancen sehr gut. „Wir kriegen immer wieder Anrufe von Praxen, die gezielt nach unseren Auszubildenden fragen“, sagt Schulleiterin Kristin Richter.

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