„Das Mieten von Mode ist eine absolute Nische“
Marcus Adam forscht an der Hochschule Reutlingen zum Thema nachhaltiger Modekonsum. Er beobachtet den Trend in Deutschland seit einigen Jahren. Mode-Start-ups hätten sich damals am Erfolg der „Share Economy“ bei Netflix, Airbnb oder dem Car-Sharing orientiert und „wollten eine Art ‚Fashion Netflix’ anbieten.“ Viele Angebote seien wie Pilze aus dem Boden geschossen, verschwänden dann aber oft auch wieder. Nur den wenigsten gelingt es laut Adam, ein profitables Geschäftsmodell zu etablieren. Viele Anbieter unterschätzen den Aufwand, den Mode-Leasing darstellt: „Transport, Retouren-Management, Waschen, Aufbereiten, Verpacken, Versichern, Marketingausgaben – all das ist zeit- und ressourcenintensiv.“ Und auch wenn man beim Blick auf Instagram oder Modeblogs anderes vermuten könnte: „Das Mieten von Mode ist noch immer eine absolute Nische“, sagt der Wissenschaftler. Verlässliche Zahlen, wie viele Menschen in Deutschland Mode mieten, gebe es nicht – es dürften aber nicht allzu viele sein.