Natürlich kommen der enge Freund Gerhard Schröder und seine Frau So-yeon zu diesem Premierenabend, der dem Maler Markus Lüpertz sehr viel bedeutet – ohne, dass er das so einfach zugeben würde. Natürlich möchten sich über 30 Journalisten aus der ganzen Republik – auch von den Feuilletons der großen Gazetten – genau dieses Opernkunstwerk anschauen, was wiederum den Theaterintendanten Jens Neundorff Genugtuung sei dürfte. Hat er doch mit seinem Coup, Lüpertz inszeniert Wagner, das Kleinstadttheater mit staatstragender Bedeutung wieder einmal in die erste Liga gespielt. Und natürlich ist das Haus an diesem Freitagabend ausverkauft, wandeln – nein – schweben, ja flirren Besucher durch die Flure und Salons, die man sonst in diesem Haus nur selten sieht.