Da ist Anja Köhler aus dem Grabfeld, die von Bürgermeister Christian Seeber für den Zivilcourage-Preis vorgeschlagen wurde. „Mehr als eine Million Menschen sind aus der Ukraine seit Kriegsbeginn nach Deutschland geflohen. Mehr als tausend Geflüchtete haben bis heute allein bei uns im Landkreis Schutz gesucht. Und Sie, liebe Anja Köhler, haben nicht weggeschaut wie so manch anderer“, so der Bürgermeister in seiner Begründung, „Sie haben sich eingereiht in die unglaubliche Solidaritätswelle.“ Ein ganz besonderes Projekt sei in Berkach entstanden. „Als sich die Idee, im Kulturhaus Flüchtlinge unterzubringen, zerschlagen hatte, haben Sie und Ihre Mitstreiter nicht locker gelassen und nahmen die ehemalige jüdische Schule in den Fokus. Fortan bauten Sie das Jahrzehnte lang leerstehende Gebäude in unzähligen Stunden Eigenleistung zu einem Zufluchtsort um. Etwa 20 Menschen im Dorf hatten sich der Idee verschrieben und schrubbten, schraubten, sägten wochenlang, unermüdlich. So entstand dieses Dorfprojekt. Sicher auch begleitet von kritischen Stimmen, wie immer, wenn sich jemand für Flüchtlinge engagiert. Aber davon ließen Sie sich nicht beirren“, so der Bürgermeister. Mit Unterstützung aus dem Ort, von Jugendlichen, der Kirchgemeinde, dem Verein jüdisches Ensemble Berkach und der Gemeinde sei das Gebäude her- und eingerichtet worden. „Auch die Betreuung, Begleitung und Versorgung der Flüchtlinge leistet Ihre Gruppe vorbildlich. Sogar in die Feuerwehr konnten zwei Geflüchtete integriert werden. Sie haben eine tolle Geschichte geschrieben, die anderen Menschen ein Vorbild sein sollte.“