Polizeieinsatz Unruhen in der Erstaufnahmeeinrichtung

In der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes auf dem Suhler Friedberg ist es am Samstagnachmittag zu Unruhen und einem Feuerwehr- und Polizeieinsatz gekommen.

Suhl - Dort sollen sich rund 30 Bewohner geweigert haben, nach Kontakt mit einem Corona-infizierten Mitbewohner in ein als Quarantänehaus eingerichtetes, separates Gebäude umzuziehen, um sich dort in die vom Gesundheitsamt angeordnete Quarantäne zu begeben. Der Streit darüber mit dem Wachschutzpersonal eskalierte. Die von aufgebrachten Bewohnern in einem Büro eingekesselten Mitarbeiter des Wachschutzes mussten von der Suhler Feuerwehr über eine Leiter aus dem Fenster befreit werden. Die Feuerwehr war alarmiert worden, weil in der Einrichtung mehrere Handdruck-Feuermelder eingeschlagen wurden. Derzeit liegen der Feuerwehr und der Stadt vom Landesverwaltungsamt als Betreiber keine aktuelle Zahlen vor, wie viele Personen sich in der Einrichtung befinden.

Die von Kräften der Bereitschaftspolizei unterstützte Suhler Polizei hat vorsorglich rings um das Erstaufnahmegelände in weißen Schutzanzügen Position bezogen, um mögliche Absetzbewegungen von Bewohnern, die unter Quarantäne stehen, zu verhindern. Die Lage im Objekt hat sich beruhigt, doch bleibt die Polizei vor Ort in Bereitschaft, da in der Nacht mit möglichen weiteren Unruhen gerechnet wird.

Seit Monaten ringt die Stadt mit dem Landesverwaltungsamt um ein tragfähiges Hygieneschutzkonzept für die Einrichtung; drohte dem Landesverwaltungsamt als Betreiber sogar mit einem Bußgeld. Nach mehreren Terminverschiebungen und Gesprächsrunden zwischen Stadt und Land ging das Konzept schließlich Ende November bei der Stadt ein, deren Gesundheitsamt für den Infektionsschutz in der Einrichtung zuständig ist. Ob das Konzept vom Gesundheitsamt in der vorliegenden Form bestätigt wurde, ist bislang unklar.

Laut LVA-Präsident Roßner bedürfe es einer solchen Genehmigung allerdings gar nicht. Das Konzept, in dem unter anderem auch etwaige Quarantänemaßnahmen festgelegt sind, müsse lediglich - wie bei allen anderen Gemeinschaftseinrichtungen auch - vorliegen und umgesetzt werden. Das sei der Fall, sagte Roßner unserer Redaktion. Die Stadt sieht das anders und verweist auf die Verantwortung des eigenen Gesundheitsamtes.

 

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