Polizeieinsatz Nächtliche Unruhen in der Erstaufnahmeeinrichtung

, aktualisiert am 19.01.2021 - 13:49 Uhr
Erstaufnahmeeinrichtung des Landes auf dem Friedberg. Foto: frankphoto.de

In der Nacht zum Dienstag gab es in der Erstaufnahmeeinrichtung auf dem Suhler Friedberg einen größeren Polizeieinsatz. Fünf Männer wurden in Gewahrsam genommen.

Suhl - Wie die Polizei am Vormittag mitteilte, hatte der Wachschutz die Beamten informiert, weil ein Mann das Sicherheitspersonal angreifen wollte. Das Sicherheitspersonal konnte ihn festsetzen und wollte ihn zur Polizeiinspektion in Gewahrsam bringen. Das allerdings habe seine Mitbewohnern zu mehreren Sachbeschädigungen im Haus angestachelt. Dabei gingen Türen und Scheiben zu Bruch. Zudem leerte ein Mann einen Feuerlöscher aus dem Fenster heraus aus.

Mit Hilfe der Bereitschaftspolizei gelang es, die Lage zu beruhigen. Insgesamt wurden vier weitere Männer in sogenannten Unterbindungsgewahrsam genommen. Die Polizei Suhl ermittelt. Am Dienstagmorgen sollten die Männer nach ihrer Vernehmung aus dem Gewahrsam entlassen werden. Über die Höhe des Schadens machte die Polizei keine Angaben.

Auf Twitter rief die Thüringer FDP-Landtagsfraktion am Dienstag Ministerpräsident Bodo Ramelow auf, dafür zu sorgen, dass "geordnete Verhältnisse herrschen". Sollte nichts passieren, sei die Akzeptanz der Bevölkerung für Migrationspolitik gefährdet.

Schon in der Vergangenheit war es in der Einrichtung mehrfach zu teilweise gewalttätigen Auseinandersetzungen gekommen. So waren im April vergangenen Jahres nach Informationen der Polizei etwa 50 Bewohner aufeinander losgegangen. Unter anderem schlugen sie mit Latten und Eisenstangen aufeinander ein. Ein Mann erlitt damals Stichverletzungen und kam ins Krankenhaus.

Doch auch gegen Wachleute gab es Anschuldigungen. So berichtete der Flüchtlingsrat Thüringen im Oktober, in dem Heim sei es mutmaßlich zu einem Übergriff von Mitarbeitern des Sicherheitsdienstes auf eine Familie gekommen. Dem sollen Beschwerden einer anderen Familie über diese Familie vorausgegangenen sein. Die Situation sei schließlich derart eskaliert, dass die Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes mindestens einer Frau ein Handy mit Gewalt entrissen und sie im Beisein ihrer Kinder geschlagen haben sollen. Nach dem Vorfall wurden drei Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes aus der Einrichtung abgezogen.

Dass es in der Einrichtung immer wieder Straftaten gebe, liegt nach Auffassung von Thüringens Migrationsminister Dirk Adams (Grüne) maßgeblich daran, dass dort so viele unterschiedliche Menschen für eine nur relativ kurze Zeit zusammenkommen. «Wer das negiert, ist nicht bereit, die Wirklichkeit zu erkennen», sagte er im September. ap/dpa

 
 

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