Informiert wurde die Polizei am Donnerstag gegen 15.30 Uhr von einem Bahnmitarbeiter, wie aus dem Polizeibericht hervorgeht.
Ein Bahnpassagier mit Revolver hat einen Polizeieinsatz am Bahnhof in Lauscha provoziert. Der Einsatz ging aus wie das berühmte Hornberger Schießen. Ärger bekommt der Mann trotzdem.
Informiert wurde die Polizei am Donnerstag gegen 15.30 Uhr von einem Bahnmitarbeiter, wie aus dem Polizeibericht hervorgeht.
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Durch den Mitteiler, der sich selbst im Zug befand, konnte nicht eindeutig gesagt werden, ob es sich bei der Waffe um eine echte Schusswaffe oder eine Attrappe handelte. Demzufolge wurde die Weiterfahrt des Zuges gestoppt und die Polizei zum Ereignisort gerufen.
Nach 15 Minuten konnte Entwarnung gegeben werden. Ein Fahrgast hatte dem 39-jährigen „Revolverhelden“ die Waffe, die sich als täuschend echte Spielzeugwaffe herausstellte, abgenommen.
Durch den polizeibekannten 39-Jährigen wurde keine Bedrohungshandlungen oder Ähnliches verübt. Die Polizei ermittelt nun gegen den Mann wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz.
Anscheinswaffe ist ein Begriff aus dem deutschen Waffenrecht. Damit werden Gegenstände bezeichnet, die echten Schusswaffen täuschend ähnlich sehen. Nach Waffengesetz dürfen Anscheinswaffen nicht in der Öffentlichkeit geführt werden. Sie müssen in einem verschlossenen Behältnis, nicht zugriffs- und nicht schussbereit, transportiert werden. Ausnahmen für Hieb- und Stoßwaffen und Einhandmesser gelten unter anderem im Fall der Berufsausübung, des Sports, für Brauchtumsveranstaltungen (etwa Umzüge) sowie bei Foto- und Videoaufnahmen und bei Theaterveranstaltungen. Ein Verstoß dagegen ist eine Ordnungswidrigkeit und kann mit einer Geldbuße bis zu zehntausend Euro geahndet werden.
Das Hornberger Schießen ist das Ereignis, das die Redewendung: „Das geht aus wie das Hornberger Schießen“ hervorgebracht hat. Die Wendung wird gebraucht, wenn eine Angelegenheit mit großem Getöse angekündigt wird, aber dann nichts dabei herauskommt und sie ohne Ergebnis endet. Bei dem in der Redewendung genannten Ort handelt es sich um Hornberg im heutigen Baden-Württemberg. In Hornberg hatte sich anno 1564 der Herzog Christoph von Württemberg angesagt. Dieser sollte mit Salutschüssen und allen Ehren empfangen werden. Als alles bereit war, näherte sich aus der Ferne eine große Staubwolke. Alle jubelten und die Kanonen donnerten, was das Zeug hielt. Doch die Staubwolke entpuppte sich nur als eine Postkutsche. Das Gleiche wiederholte sich, als ein Krämerkarren und noch etwas später eine Rinderherde auf die Stadt zukamen. Der Ausguck hatte jedes Mal falschen Alarm gegeben, und alles Pulver war verschossen, als der Herzog endlich kam.