Telefonbetrug Vermeintliche Helfer wollen nur ans Geld

Betrüger versuchen gerade in Zella-Mehlis, private Rechner mit Schadsoftware zu infizieren oder Menschen zum Abschluss von Abonnements zu drängen. Die Polizei warnt. Foto: dpa/Sebastian Gollnow

Sie melden sich freundlich am Telefon, sagen ihren Namen und warnen vor einem Hackerangriff, der auch den heimischen PC oder Laptop befallen kann. In Wirklichkeit trachtet gerade in Zella-Mehlis eine neue Betrügerbande nach privaten Daten und Geld der Bürger.

Zella-Mehlis - Hartnäckig sind sie und geben sich scheinbar viel Mühe, Schaden von den Menschen abzuwenden: Seit Tagen rufen Frauen und Männer zumeist mit ausländischem Akzent Zella-Mehliser Haushalte an und berichten, dass beim Technologiekonzern Microsoft ein Hacker­angriff stattgefunden habe. Die Anrufer stellen sich meist mit Namen vor und fragen höflich, ob im Haushalt ein PC, ein Tablett oder ein Laptop genutzt wird. Wenn ja, solle man sich bitte an das Gerät setzen und es anschalten. Mit wenig Aufwand könne der Anrufer verhindern, dass dem Rechner ein Schaden durch den Hackerangriff entstehe.

Die vermeintlichen Retter haben dabei sogar „richtige“, aber ständig wechselnde Telefonnummern mit gängigen deutschen Vorwahlen wie Stuttgart, Frankfurt oder kleineren Orten in der gesamten Bundesrepu­blik. Eine Zella-Mehliser Leserin berichtete Freies Wort, dass sie seit Längerem auch mehrfach am Tag derartige Anrufe erhält. Jeweils mit einer anderen Vorwahl. Zuletzt gestern. Als sie beim ersten Anruf auflegte mit dem Hinweis, sie bräuchte keine Hilfe, meldete sich das Gegenüber gleich noch einmal, allerdings unter einer ganz anderen Rufnummer, mit der besorgten Frage, ob sie denn wirklich wolle, dass ihr Rechner kaputt gehe. Beim zweiten Mal unterbrach die Leserin das Gespräch mit dem Verweis, dass Microsoft vermutlich millionenfach auf Rechnern installiert sei, aber der Konzern wohl kaum jeden einzelnen Nutzer anrufen könne. Weitere Anrufe an diesem Tage ignorierte sie, sofern ihr die Nummer unbekannt war.

Freies Wort gab die Problematik an die Suhler Polizei weiter mit der Frage, ob das derzeit gängige Masche sei. Polizeisprecherin Julia Kohl bestätigte, dass angebliche Mitarbeiter eines Software-Herstellers in Zella-Mehlis ihr Glück versuchten. Sie hätten in unterschiedlichen Haushalten angerufen und ihrem Gegenüber mitgeteilt, dass es Probleme mit der auf dem privat genutzten PC befindlichen Software gäbe. Zumeist hätten die Angerufenen aber aufgelegt. „Die Polizei warnt vor solchen Telefonaten. Die Anrufer sehen es einzig und allein darauf ab, bei Ihnen einen finanziellen Schaden zu verursachen. Zum einen kann Schadsoftware aufgespielt werden, zum anderen könnten die vermeintlichen Mitarbeiter Sie zum kostenpflichtigen Abschluss von Abonnements drängen, oder aber sie erfragen sogar Ihre Kontodaten und TAN-Nummern. Die Kriminalpolizei bearbeitet aktuell zwei kürzlich angezeigte Betrugssachverhalte dieser Art, bei denen in einem Fall ein Schaden von 18 000 Euro entstand. Lassen Sie sich nicht auf derartige Gespräche ein und informieren Sie die Polizei“, rät Sprecherin Julia Kohl. ski

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