Fremdenfeindliches Motiv? Streit wegen Reihenfolge der Bedienung eskaliert

Im Bürgerbüro des Rathauses eskalierte ein Streit unter zwei Männern; einem Schmalkaldern und einem Syrier. Foto: FW/Wolfgang Benkert

Zwei Männer gerieten am Donnerstagnachmittag im Bürgerbüro der Stadtverwaltung Schmalkalden aneinander. Dabei kam es zu einer tätlichen Auseinandersetzung. Die Polizei prüft, ob ein ausländerfeindliches Motiv vorliegt.

Schmalkalden - Am Donnerstagnachmittag wurde die Polizei zu einer tätlichen Auseinandersetzung ins Schmalkalder Rathaus gerufen. Im Bürgerbüro der Stadtverwaltung waren zwei Männer in Streit geraten, ein 44-jähriger Schmalkalder und ein 22-jähriger Syrier. Nach Aussagen der Mitarbeiterin, die zu dem Zeitpunkt allein im Raum war, hatte zuerst der Schmalkalder das Bürgerbüro im Erdgeschoss des Rathauses betreten, der junge Syrier sei ihm, quasi auf dem Fuß, gefolgt. Vor dem Schreibtisch hätten sich dann die beiden darüber gestritten, wer zuerst an die Reihe kommen sollte. Es entbrannte, so hat die Mitarbeiterin Bürgermeister Thomas Kaminski berichtet, ein Wortgefecht.

Dabei seien auch „unschöne Worte“ gefallen. Die Polizei schreibt in ihrem Bericht, dass der 44-Jährige seinen Gegenüber beleidigt habe, der wiederum den Schmalkalder auf sein „Fehlverhalten“ angesprochen habe. Der habe nicht mit sich reden lassen und daraufhin den Syrier angegriffen. Der Schlag traf den jungen Mann an der Schläfe. Zum Schutz soll er einen Blumentopf ergriffen und sich diesen vor den Kopf gehalten haben. Die Büromitarbeiterin hatte zwischenzeitlich den Alarmknopf gedrückt, eine zweite Kollegin eilte zur Hilfe – und die Polizei. Der 44-Jährige hatte das Rathaus zu diesem Zeitpunkt bereits verlassen, dabei wurde er von dem jungen Mann gefilmt. Die Szene, in der er auch seine blutende Wunde zeigt, verbreitete sich bereits am Abend in den sozialen Netzwerken. Laut Polizei erwarten den Schmalkalder mehrere Anzeigen. Geprüft werde auch, ob ein fremdenfeindliches Motiv vorliegt.

Diesen Schluss will Bürgermeister Thomas Kaminski nicht voreilig ziehen, sondern die Ermittlungen der Polizei abwarten. Die Aussagen der Mitarbeiterin lassen vermuten, dass sich die beiden Männer kennen, es möglicherweise eine Vorgeschichte gibt. Sorgen macht sich der Stadtchef, der zum Zeitpunkt des Vorfalls mit seinen Amtsleiterin auswärts in Klausur war, um die Sicherheit der Mitarbeiterinnen im Bürgerbüro. 

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