Polizei holt Kiffer vom Roller Schon mit 13 Jahren im Drogenrausch

Ein jugendlicher Kiffer – der Bart ist gerade mal ein zarter Flaum (Symbolfoto). Foto: /imago

Auch in der Provinz werden die Kiffer immer jünger. Einen 13-jährigen Jungen unter Cannabiseinfluss haben Polizisten in Zella-Mehlis von seinem Roller geholt. In dem Alter wirken auch vermeintlich beherrschbare Drogen gefährlich auf die Hirnentwicklung ein.

Ein 13-jähriger E-Roller-Fahrer im Drogenrausch ist der Polizei in Zella-Mehlis ins Netz gegangen. Ein Drogentest war auf Cannabis angeschlagen, heißt es im Polizeibericht vom Mittwoch. In der Bauchtasche seines Pullovers fanden die Polizisten zudem zwei Joints. Nach der Anzeigenaufnahme brachten sie das Kind nach Hause.

Nur kurze Zeit später trafen die Polizisten auf einen 21-jährigen E-Roller-Fahrer. Auch hier reagierte der Drogenvortest positiv – allerdings auf Cannabis und Amphetamine. Bei der Durchsuchung des Mannes fanden die Polizisten weitere Drogen. Eine Blutentnahme war die Folge, der Mann musste zu Fuß weiter.

Gerade im Jugendalter kann der Konsum von Cannabis die Hirnstruktur und damit auch das Verhalten verändern – das zeigt eine neue Langzeitstudie der amerikanischen University of Vermont aus dem vergangenen Jahr. Die betroffenen Jugendlichen waren impulsiver und konnten sich schlechter konzentrieren. Mit 800 Teilnehmern ist das die bisher größte Langzeitstudie zum Thema.

Bei den Cannabis-Konsumenten zeigten MRT-Aufnahmen ein deutlich verändertes Bild: Ihre Hirnrinde war dünner als bei der Vergleichsgruppe. Die Veränderungen zeigten sich in einem besonders wichtigen Bereich des präfrontalen Kortex. Dort befinden sich viele Andockstellen für Inhaltsstoffe aus Cannabis. Diese Hirnregion hilft uns, Impulse zu kontrollieren, Probleme zu lösen und Handlungen zu planen. Die 19-jährigen Cannabis-Konsumenten reagierten impulsiver und hatten größere Schwierigkeiten, sich auf eine Aufgabe zu konzentrieren.

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