Polizei-Einsatz Wieder Aufstand im Flüchtlingsheim auf Suhler Friedberg

Erneut musste die Polizei am Montagnachmittag mit einem großen Aufgebot an Kräften in die Erstaufnahmeeinrichtung (EAE) des Landes auf den Friedberg ausrücken.

Suhl - Dort hatte es wie bereits am Samstag Unruhen wegen der Umsetzung von Quarantäne-Anordnungen gegeben. Weil einige negativ getestete Bewohner die Quarantänestation im Haus 18 wieder verlassen durften, gingen etwa 30 bis 40 andere dort in amtlicher Quarantäne befindliche Bewohner auf die Barrikaden. Sie bedrängten das Wachschutz- und Betreuungspersonal des ASB. Die Bediensteten flüchteten vor den aufgebrachten Männern in ein Zimmer, schlossen sich dort ein und riefen die Polizei zu Hilfe. Die in Schutzmontur angerückten Beamten drängten die aufgebrachten Bewohner zurück, befreiten das Personal und brachten es in Sicherheit.

Bereits am Samstag mussten Feuerwehr und Polizei von etwa 30 Bewohnern eingekesselte Wachschutzmitarbeiter mit einer Leiter aus dem Fenster ihres Büros befreien, weil sie sich weigerten, in das Quarantänehaus der Einrichtung umzuziehen. Zuvor hatten Bewohner mehrere Feuermelder ausgelöst. Wie Polizeisprecherin Julia Kohl am Montag unserer Redaktion sagte, wurden gegen mehr als 30 Personen Ermittlungen wegen Landfriedensbruchs eingeleitet. Ein Bewohner wurde zur Unterbindung weiterer Straftaten vorübergehend in Gewahrsam genommen.

Stadt Suhl stellt Amtshilfeersuchen bei Polizei

Am Montagabend musste die Feuerwehr wegen der ausgelösten Brandmeldeanlage erneut zur EAE ausrücken. Diesmal handelte es sich um eine Auslösung durch Rauchen im Haus 20, einem der regulären Wohnblocks der Einrichtung. Am Abend hatte die Polizei die Ruhe und Ordnung wieder soweit hergestellt, dass die Kräfte abrücken konnten.

Wie am Montag bekannt wurde, hat die Stadtverwaltung Suhl bei der Polizei ein Amtshilfeersuchen gestellt, um den offenbar überforderten Wachdienst in der EAE bei der Umsetzung der Quarantäneregeln zu unterstützen. Zuvor gab es immer wieder Versuche quarantänepflichtiger Bewohner, die Einrichtung unerlaubt zu verlassen. Betrieben wird die Einrichtung des Landes vom Landesverwaltungsamt, die Verantwortung für den Gesundheits- und Infektionsschutz liegt jedoch beim Gesundheitsamt der Stadt Suhl.

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