Politischer Aschermittwoch Herr Ebert nimmt wieder Anlauf

Nach zweijähriger Pause treffen in Suhl wieder Karneval und Politik aufeinander

Die Faschingszeit wirft ihre Schatten voraus, die ersten Prunksitzungen stehen ins Haus. Doch seit nunmehr zwölf Jahren hat sich im Süden des Freistaats neben dem klassischen Karneval in all seinen Ausprägungen auch eine weitere Institution herausgebildet: Der Politische Aschermittwoch in Suhl. Ursprünglich im Hotel auf dem Ringberg angesiedelt, hat Entertainer Daniel Ebert die Idee des „Erfinders“ Wolfgang Kanig dankbar übernommen und weiterentwickelt – mit beachtlichem Erfolg, wie man seit Jahren weiß. Die Besucher wissen das zu schätzen und die Gäste kommen inzwischen nicht mehr nur aus der Stadt und dem Umland: Neben der Landespolitik – legendär sind die wiederholten Auftritte von Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) in der Rolle als Egon Olsen – ließ sich im Wahlkampfjahr 2019 auch die Bundespolitik hier blicken, bis hin zur damaligen Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) vor inzwischen vier Jahren. Deren Sangeseinlage als Pipi Langstrumpf wurde anschließend übrigens vor allem vom Privatfernsehen genüsslich ausgeschlachtet. Dass Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt (Bündnis 90/ Grüne) in Suhl dabei ist, versteht sich für die Thüringerin fast als ein Heimspiel.

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Nun ist es wieder soweit, und Herr Ebert tauscht sein gemütliches Fernsehzimmer gegen die große Bühne. Am Abend des Faschingsdienstag, 21. Februar, bittet er zum Programm. Es soll wenigstens so kunterbunt wie die schreiend gemusterten oder glitzernden Jacken, die man getrost als Daniel Eberts Markenzeichen bezeichnen darf. Er blickt voraus: „Nachdem der Politische Aschermittwoch im Jahr 2020 zuletzt ohne Landespolitiker stattfand, werde ich dieses Jahr Erfurter Personal wieder in großer Zahl begrüßen können.“

Eine Schnapszahl muss beim Karnevalsgewächs Daniel Ebert irgendwie immer sein. So haben auch dieses Jahr sämtliche im Thüringer Landtag vertretenen Parteien jeweils sechs Minuten und sechsundsechzig Sekunden Zeit bekommen, um ihren jeweiligen Beitrag abzuliefern. „Ob die Landespolitiker singen und tanzen, eine Büttenrede halten oder ein Video vorführen, ist allein ihnen überlassen. Sie haben die Zeit zu ihrer freien Verfügung.“

Dass die politischen Parteien im Landesparlament längst im Wahlkampfmodus sind, ist unbestreitbar, entsprechend wird der neue Anlauf für den Moderator und seinen Politischen Aschermittwoch auch ein neuer Anlauf für die wahlkämpfenden Herrschaften aus dem Thüringer Landtag. Dass diese Bühne funktioniert, hatte zuletzt auch die Gegenwart des damaligen CDU-Fraktionschefs Mike Mohring gezeigt, der einen seiner ersten öffentlichen Auftritte nach erfolgreicher Krebstherapie in Suhl absolvierte. Landesvater Bodo Ramelow (Linke) hat für 2023 sein Kommen bereits zugesichert, wie Daniel Ebert verrät: „Er will aber nicht erneut bin der Rolle des Egon Olsen auftreten.“

Dafür, dass es neben all den „Großkopferten“ auch gute Unterhaltung geben wird, stehen laut Ebert diesmal vor allem Protagonisten, die in Südthüringen einen guten Namen haben, etwa das Unterhaltungsorchester Singertal unter der Leitung von Andreas Lotz und das Suhler Karnevalsballett. Und auch Daniel Ebert selbst wird sich wieder mächtig ins Zeug legen.

„Noch gibt es sogar einige Karten für die Plätze an den Tischen“, weiß der Organisator und Moderator. Und für die „trockeneren“ Sitzplätze auf den Emporen seien auch noch welche zu bekommen. Doch daran, dass der Saal voll und der Abend bunt wird, lässt Daniel Ebert keine Zweifel.

Eintrittskarten für den Politischen Aschermittwoch am Faschingsdienstag, 21. Februar, gibt es auch in der Geschäftsstelle dieser Zeitung in Suhl, Telefon 03681 – 792413.