Nächtliches Leuchten Polarlichter auch über Thüringen zu sehen

Polarlichter ziehen mit ihrem Farbenspiel die Menschen in ihren Bann. Dass man sie aber sogar in Thüringen zu sehen bekommt, ist selten – und derzeit der Fall.

Polarlichter verbindet man - wie der Name schon sagt - eher mit dem hohen Norden. Doch auch in Deutschland sind sie derzeit mit etwas Glück, bei klarem Himmel und vergleichsweise geringem Aufwand am Nachthimmel zu entdecken.

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Ein Sonnensturm hat in der Nacht vom Sonntag auf den Montag für Polarlichter gesorgt, die über Brandenburg und Thüringen beobachtet werden konnten. Das Himmelsschauspiel war in der Nacht zu Montag auch in Teilen von Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hessen zu sehen, wie die Direktorin des Berliner Planetariums am Insulaner und der Wilhelm-Foerster-Sternwarte, Monika Staesche, sagte. Auch in der Nacht zu Dienstag war laut Staesche mit erhöhter Polarlichtaktivität in Deutschland zu rechnen.

Am Sonntagabend gegen 22:30 Uhr stimmte auch im zwischen Weimar und Rudolstadt gelegenen Blankenhain einfach alles: Der Himmel war klar und der koronale Massenauswurf der Sonne am Abend des 25. Februar, erreichte das Magnetfeld der Erde. Da dieser einen starken geomagnetischen Sturm auslöste, konnte das Spektakel für gut eine halbe Stunde mit der Kamera fotografisch festgehalten werden. Für das Auge waren die Lichter allerdings kaum erkennbar, doch mit einer Langzeitbelichtung von mehreren Sekunden erschienen die Farbspiele plötzlich auf den Aufnahmen.

Das Leuchten ist generell eher in dunkleren Gebieten zu sehen. In hell erleuchteten Städten oder nahe größerer Industrieansiedlungen ist es durch die Lichtverschmutzung eher unwahrscheinlich, das Phänomen zu erkennen.

Verantwortlich für das grünliche oder rötliche Leuchten am Himmel sind sogenannte Sonnenstürme. Dabei werden elektrisch geladene Teilchen von der Sonne fortgeschleudert. Geschieht dies in Richtung Erde, können die Teilchen bei uns ankommen. Für die rund 150 Millionen Kilometer große Entfernung brauchen sie etwa anderthalb bis zwei Tage. Treten sie dann in die Erdatmosphäre ein, kommt es zum Leuchten. Bei normaler Sonnenaktivität sieht man die Polarlichter nur in den höheren Breiten.

„Was dort leuchtet, sind Luftmoleküle, entweder Sauerstoff oder Stickstoff“, erklärte Staesche. Diese werden von den elektrisch geladenen Teilchen kurz aufgeladen. „Wenn diese dann wieder in einen neutralen Zustand zurückfallen, senden sie diese Energie als ein solches Leuchten aus.“

Grüne Polarlichter werden nach Angaben der Expertin meist durch Sauerstoff in einer Höhe von 80 bis 150 Kilometern erzeugt. In einer Höhe zwischen 150 bis 600 Kilometern entstehen durch Stickstoffatome rote oder auch blaue Farben. Auf vielen der jetzt entstandenen Fotos aus Deutschland sind rötliche Polarlichter zu sehen. „Da wir verhältnismäßig weit weg von den Polarregionen sind, sind bei uns nur die Polarlichter in den höheren Schichten der Atmosphäre zu erkennen“, erklärte die Expertin. „Die unteren befinden sich von uns aus gesehen unter dem Horizont.“