Point Alpha Gedenkstätte will mit Getränkebude Geld verdienen

Das „Haus auf der Grenze“ in Geisa ergänzt sein Angebot zur Zeitgeschichte mit einer Getränkebude – mit vielsagendem Namen und einem finanziellen Zweck.

Getränke-Container mit Panoramablick: Die neue „Bar 89“ an der Gedenkstätte Point Alpha. Foto: Stiftung

Beim Besuch im „Haus auf der Grenze“ zwischen Rasdorf und Geisa muss am Wochenende draußen niemand mehr dürsten. Die Point-Alpha-Gedenkstätte in der Rhön hat sich eine Getränkebude zugelegt. „Bar 89“ heißt das neue Freiluft-Gastro-Angebot am einstigen Todesstreifen zwischen Thüringen und Hessen, das an diesem Samstag (9. Mai) eröffnet. Es steht gleich neben der markanten Friedensspirale.

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Gedacht sei die Bar nicht nur als „Erholungspunkt“, sondern auch als „Treffpunkt für Gespräche, Drinks und Begegnungen am historischen Ort“, sagen die Verantwortlichen von der Point-Alpha-Stiftung, die die Erinnerungskultur an diesem einstigen Brennpunkt des Kalten Krieges wach hält.

Und so ist auch der Name der dunkelblauen Bude „natürlich angelehnt an Freiheit, Aufbruch und Verbindung, als die wunderbare Grenzöffnung und Wiedervereinigung an dieser Stelle vor 37 Jahren passierte“, erklärte Stiftungsvorstand Benedikt Stock am Mittwoch.

Weniger hoch ist der bauliche Anspruch der „Bar 89“: Es handelt sich um einen Stahlcontainer, in den eine Theke samt Gastro-Inventar eingebaut ist. Auch die Angebotspalette der Stehbude ist mit Bier (darunter frisch gezapftes Pils aus Fulda), Softdrinks, Knabbereien und Eis aufs Wesentliche reduziert.

Wer dort trinkt, tut Gutes

Hoch angesetzt ist hingegen die Organisationsform: Betrieben wird die Blech-Bar von der neu gegründeten „Point Alpha Service GmbH“, also einer privatwirtschaftlichen Fiorma, deren Geschäfte vom Vorstand der Stiftung in Personalunion geleitet werden. Die kommerziell betriebene Getränkebude darf und soll nämlich am Ende Gewinn abwerfen, der in die gemeinnützige Bildungsarbeit von Point Alpha fließen soll, also etwa in Workshops und Projekte für Jugendliche. „Die Stiftung will schließlich nicht nur Kostensteigerungen beklagen, sondern versuchen, diese mit eigenen Aktivitäten zu kompensieren“, erklärt Vorstand Stock diese neue Art, Geldquellen per Theken-Angebot anzuzapfen.

Geöffnet ist die „Bar 89“ bis in den Herbst allen Samstagen, Sonntagen und Feiertagen von 11 Uhr bis 18 Uhr. Aufgerufen zum Trinkgenuss mit Panoramablick für den guten Bildungs-Zweck sind nicht nur Besucher der Gedenkstätte Point Alpha, sondern auch Wanderer, Radfahrer und Besucher aus der Rhöner Nachbarschaft.

Infos & Anmeldung: Telefon 06651 / 919030 oder unter www.pointalpha.com.