Philipp Meyer „Verteidigen ist meine Leidenschaft“

Thomas Levknecht
Das kommt selten vor: Phiipp Meyer beim Torwurf. Foto: sportfotoseisenach

Ein waschechter Bayer steht seit dem Sommer im Kader des ThSV Eisenach. Wir stellen den neuen Abwehrchef Philipp Meyer vor.

Ein waschechter Bayer steht seit dem Sommer im Kader des ThSV Eisenach. Philipp Meyer, am 25. März 1997 in München geboren, hat die Rolle als Abwehrchef übernommen. Der Zwei-Meter-Mann kam von Ligakonkurrent DJK Rimpar Wölfe, der sich in Wölfe Würzburg umbenannt hat. Meyer begann beim TSV Ismaning im Alter von sieben Jahren mit dem Handball. Im zweiten C-Jugend-Jahr wechselte er zur SG Kronau/Östringen. Von dort ging es im Jahr 2016 zu den Rimpar Wölfen, in die zweite und schließlich in die erste Mannschaft, wo er sich zu einem Leistungsträger entwickelte.

Philipp Meyer ist ledig, lebt aber in einer festen Beziehung. Spaghetti Bolognese gehört zu seinen Leibgerichten. Wir sprachen mit Philipp Meyer, der Betriebswirtschaft studiert und sich aktuell auf seinen Bachelor-Abschluss vorbereitet. Nach einem Mittelhandbruch wartet er auf sein Comeback auf dem Handballfeld.

Philipp Meyer, was fasziniert Sie an der Sportart Handball?

Die Kombination aus Teamsport, Körperlichkeit und Emotionen.

Sie haben bestimmt nicht gleich als Innenblock-Spieler, also als Abwehrchef begonnen?

Soweit ich mich erinnere, habe ich stets im linken Rückraum und im Abwehrzentrum gespielt.

Ihnen wird nachgesagt, auch ein überaus passabler Kreisspieler zu sein.

In der zweiten Liga habe ich mehr Spiele am Kreis als im linken Rückraum absolviert.

Die Rolle als Abwehrchef scheint Ihnen auf den Leib geschneidert, was prädestiniert Sie dafür?

Meine Leidenschaft zu verteidigen, meine Körperlichkeit, mein Verständnis für Verteidigung. Durch das Einbringen meiner Stärken kann ich mein Team am besten unterstützen.

Wie wird man Abwehrchef?

Durch hohen Trainingsfleiß. Durch gute Trainingsinhalte haben sich schnell Fortschritte eingestellt. Das Agieren im Abwehrzentrum hat mich gereizt. Dass mir die Möglichkeit gegeben wurde, diese Rolle zu übernehmen, hat mich zusätzlich motiviert.

Ihre Offensivanteile sind aber sehr gering.

Mit meiner Rolle in der Abwehr unterstütze ich mein Team am besten. Ich bekenne aber, dass es ab und an in den Fingern kitzelt, auch im Angriffsspiel dabei zu sein.

Als Abwehrspieler stehen Sie nicht so in der Öffentlichkeit wie Angriffsspieler, erscheinen auch seltener auf Fotos. Wurmt Sie das?

Ich mag meine Rolle. Sie ist ein ganz wichtiger Teil einer erfolgreichen Mannschaft. Leider wird das Abwehrspiel in der Öffentlichkeit oft nicht so wertgeschätzt wie das Angriffsspiel. Ich hoffe, das Abwehrspiel erfährt in Zukunft mehr Aufmerksamkeit.

Spielen Sie lieber in einer 6:0- oder in einer 5:1-Abwehr?

Ich betrachte die 6:0-Abwehr mit bekannten Abläufen als Komfortzone. Die 5:1-Abwehr, auf die der ThSV Eisenach zumeist setzt, erachte ich als neue Herausforderung, als Quelle zur Weiterentwicklung.

Als Abwehrchef rangiert man in der Zeitstrafen-Tabelle zumeist ziemlich weit oben.

Der Abwehrchef hat viele Zweikämpfe zu führen, muss mit Zeitstrafen rechnen. Zur Rolle des Abwehrchefs gehört es auch, Mitspieler zu verteidigen, die im Angriff viel einstecken müssen.

Sie haben sich laut Ihren eigenen Worten bei den DJK Rimpar Wölfen ausgesprochen wohl gefühlt, in Rimpar trainiert und Punktspiele absolviert, in Würzburg gewohnt und studiert. Ihr Vertrag lief noch ein Jahr, doch dann folgte im Sommer dieses Jahres der Wechsel nach Eisenach …

Es war für mich als Mittzwanziger der richtige Schritt, um meine persönliche Weiterentwicklung voranzutreiben. Meine Teamkollegen bei den Wölfen haben meine Entscheidung mit einem lachenden und einem weinenden Auge aufgenommen, mir aber viel Erfolg gewünscht.

Was unterscheidet den ThSV Eisenach von den Wölfen Würzburg?

Die Begeisterung in der Stadt Eisenach für den Handball ist riesengroß. Die Infrastruktur ermöglicht in Eisenach deutlich bessere Trainingsmöglichkeiten. Kurzum, in Eisenach ist alles professioneller. Bei den Wölfen gehen alle arbeiten oder studieren. Beim ThSV konzentriert sich jeder auf Handball.

Wann sehen wir Sie wieder als Abwehrchef auf dem Parkett?

Ich hoffe recht bald. Die Ärzte müssen grünes Licht geben.

Was ist für den ThSV Eisenach in dieser Saison drin?

Ich benenne unser Ziel: Nach jedem Spiel das Parkett als Sieger zu verlassen. Das ist uns zuletzt ja bestens gelungen.

Was kann Philipp Meyer dazu beitragen?

Meine Erfahrung, meinen Trainingsfleiß, meine Person.

 

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