Pflegeinformationstag Pflegende Angehörige stehen im Mittelpunkt

Der Landkreis und das Netzwerk Pflege wollen unsichtbare Helden sichtbar machen. Am 6. Juni soll es zum Pflegeinformationstag breite Unterstützung für pflegende Angehörige geben.

Die Zahl pflegebedürftiger Personen wird in den kommenden Jahren deutlich steigen. Foto: picture alliance/dpa

Der Informationsbedarf in Sachen Pflege ist weiterhin riesig – darüber sind sich Jessica Weinland-Schmidt und Heike Sittig einig. Erstere leitet die Stabsstelle Sozialplanung im Landratsamt, zweitere ist die Leiterin des kreislichen Seniorenbüros. Aus diesem Grund wird es auch in diesem Jahr wieder einen Pflegeinformationstag geben – an dem die pflegenden Angehörigen im Mittelpunkt stehen sollen. Am Samstag, 6. Juni wird dazu von 9 bis 12.30 Uhr ins Landratsamt Hildburghausen eingeladen. Die Veranstaltung reiht sich damit in die Thüringer Woche der pflegenden Angehörigen ein, die ab dem 1. Juni im gesamten Freistaat stattfindet.

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Veranstaltung wird stets angepasst

Aus der Erfahrung der vergangenen Jahre wird die Veranstaltung immer wieder angepasst, um der Zielgruppe entgegen zu kommen und zielgerichtet Angebote zu machen. „Unsere wichtigste Zielgruppe sind die pflegenden Angehörigen“, sagen Jessica Weinland-Schmidt und Heike Sittig. Sie wollten den Tag aber noch weiter öffnen und den Themenkomplex erweitern. „Die Veranstaltung muss mehr noch einen präventiven Charakter haben“, sagen sei. Und beziehen das vor allem darauf, dass sich Menschen allen Alters informieren können. Denn häufig werde erlebt, dass die häusliche Pflegesituation plötzlich auftritt und die Angehörigen überfordert sind. „Viele kennen ihre Rechte und Möglichkeiten nicht. Deswegen lohnt es, sich mit diesen Themen vorab zu beschäftigen“, sieht es Jessica Weinland-Schmidt.

Viele Partner gestalten den Tag mit

Und so werden die vielen Partner aus dem Netzwerk Pflege Landkreis Hildburghausen eben auch zu den Themen Gesundheitsvorsorge, Pflegegrade oder Hilfsmittel informieren. Es geht aber auch um Vorsorgevollmachten und Patientenverfügung. Im Foyer des Landratsamts werden die verschiedenen Partner aus Institutionen, Pflegeeinrichtungen, Sozialdiensten ihre Stände haben und vor Ort informieren. Zugleich stehen Beratungsräume zur Verfügung, in denen auch sensible Gespräche geführt werden können. Der große Sitzungssaal des Landratsamts ist für den Austausch gedacht. Dort können Besucher bei Essen und Getränken zusammen ins Gespräch kommen.

Informationsbedürfnis dürfte steigen

Die Organisatorinnen hoffen, dass sie erneut mehr Besucher begrüßen dürfen. Die Zahlen seien in den Vorjahren stetig gestiegen. Sie sind aber noch recht klein, in Anbetracht des Umfangs und des eigentlichen Beratungsbedarfs findet Jessica Weinland-Schmidt. In der Pflegestatistik war für den Landkreis und für das Jahr 2024 eine Quote von 10,7 Prozent pflegebedürftigen Personen ausgegangen. Diese Zahl wird sich voraussichtlich bis zum Jahr 2040 verdoppeln. Die Statistik wird alle vier bis fünf Jahre geführt.

Mehrheit wird zuhause gepflegt

Neuere Zahlen und Prognosen sind noch nicht verfügbar. Schon für 2021 hatte sich aus der Statistik ergeben, dass die überwiegende Mehrheit pflegebedürftiger Personen (rund 3900) zuhause gepflegt werden. Daran dürfte sich seither kaum etwas geändert haben und es liegt nahe zu sagen, dass es auch künftig so sein wird. Viele wissen nicht, welche Rechte sie haben und welche Dinge sie in Anspruch nehmen können. Oft werde auch versäumt, höhere Pflegestufen prüfen zu lassen, sagt Weinland-Schmidt. Der Pflegeinformationstag soll eine Möglichkeit sein, sich zu informieren. Die hauptamtliche Struktur fehle noch.

Im frisch beschlossenen Sozialplan des Landkreises liegt aber ein Fokus auf Gesundheit und Pflege. Die Einrichtung eines Pflegestützpunkts, an dem sich die Bürger unabhängig zu diesen Themen informieren können, ist angedacht. Dennoch wünscht sich Sozialplanerin Jessica Weinland-Schmidt, dass die Politik sich offensiver mit dem Thema auseinandersetzt. „Das betrifft nicht nur die häusliche Pflege. Wir haben stationäre Einrichtungen, die am Limit sind. 20 Prozent des Personals geht in wenigen Jahren in Altersrente. Im ambulanten Bereich ist es ähnlich.“

Für den Informationstag wünschen sich die Organisatorinnen auch weiteren Input: „Es hilft uns auch, wenn die Bevölkerung auf uns zukommt, ihre Bedarfe und Probleme schildert“, meint Heike Sittig. Gemeinsam könne man dann die Netzwerke einbringen, oder weiter knüpfen.

Pflegeinformationstag Ein Tag für pflegende Angehörige. Am Samstag, 6. Juni, von 9 bis 12.30 Uhr im Landratsamt Hildburghausen.