Pflanzaktion in Altersbach Ahorn-Gang trifft Waldschrat

Annett Recknagel

3000 Laubbäume wurden am Samstag oberhalb der Meilerstätte in Altersbach in die Erde gebracht. Federführend war der Verein Bergwaldprojekt aus Würzburg.

Altersbach - Jason Liebrich bearbeitete den teilweise steinigen Untergrund mit der Hacke. Als das ausgehobene Loch groß genug ist, waren Oskar und Sophia sofort mit einem Setzling zur Stelle „Wir sind die Ahorn-Gang“, verkündeten die Beiden und blickten sich um. Hinter ihnen standen Yannik und Finja – auch die zwei gehören zur Altersbacher Jugendfeuerwehr.

„Wir sind 21 Mitglieder“, ist von Jugendwart Sebastian Hanke zu erfahren. Und beinahe der gesamte Nachwuchs war bei der großen Pflanzaktion am Samstag oberhalb der Meilerstätte dabei. Der gemeinnützige Verein Bergwaldprojekt mit Sitz in Würzburg hatte dazu aufgerufen. Und um die 100 Freiwillige waren gekommen.

Der Jüngste war der erst sieben Monate alte Fritz, der das Vorgehen von seiner Babyschale aus beobachtete. Seine dreijährige Schwester Hedi passte auf das Brüderchen auf. Mama und Papa und der große Bruder Oskar brachten Bäumchen in die Erde. „Wir wohnen in Steinbach-Hallenberg mit Blick auf Altersbach und genau deshalb sind wir heute hier dabei“, berichteten die Eltern.

Tibur Lepel ist extra aus München angereist. Sein Sohn, seine Tochter und deren Freund kommen aus Berlin. „Wir haben Familienwochenende in Weimar“, erzählten sie. Der Vater kennt das Bergwaldprojekt und befürwortet es seit langem. „Ich bin ausgebildeter Landschaftsplaner. Hier beim Pflanzen können wir etwas Konkretes für den Wald machen“, sagte er. „Und Spaß macht es außerdem“, waren sich Sohn und Tochter einig. Zeit, sich in Weimar umzuschauen, gab es am Sonntag noch ausreichend – der Samstag war Pflanztag in Altersbach.

Ganz oben am Zaun betätigte sich Tina Schulz, bekannt ist sie als Mitarbeiterin der Touristinformation in Schmalkalden. „Ich habe von dem Pflanztag in der Zeitung gelesen und war sofort begeistert, es ist cool“, sagte sie. Sie wohnt im benachbarten Viernau und „wir dürfen der Natur nicht immer nur was nehmen, sondern müssen auch was geben.“ Ihrer Ansicht nach könne man solch einen Pflanztag auch in Schmalkalden veranstalten. Flächen gebe es dort genug und Freiwillige mit Sicherheit auch.

„Der Wald braucht Hilfe“, steht für den Steinbach-Hallenberger Hans-Werner Thomas fest. So wie er beteiligte sich auch die Familie Rothämel aus Altersbach. Für Beide war es eine Selbstverständlichkeit. Monika Rothämel ging mit zwei künstlichen Kniegelenken ans Werk.

Auch Mitglieder vom Nabu-Ortsverband Steinbach-Hallenberg waren dabei. Dieter Schmidtke verkündete: „Ich bin der Waldschrat!“ und sorgte für Lacher. „Schon im vorigen Jahr haben wir die Fläche hier beräumt“, berichtete er weiter. Ohne Hacken allerdings ging es nicht. Der Boden war stellenweise sehr steinig. Das aber war keine allzu große Herausforderung für die Akteure. Nach zwei Stunden waren bereits ein Drittel der Setzlinge gepflanzt.

Bürgermeister Markus Böttcher und Förster Stephan Liebaug waren selbstverständlich vor Ort und freuten sich über die Aktivität. Nicht mal das nasskalte Wetter machte den Freiwilligen zu schaffen. „Wenn man arbeitet und sich bewegt, friert man nicht“, war hier wie dort zu hören. Jeder Akteur hatte 40 Bäumchen in die Erde zu bringen. Den Pflanztag organisierte der Verein Bergwaldprojekt, der jüngst in benachbarten Unterschönau 200 Hektar Greenpeacewald kaufte (wir berichteten). „In der Nachbarschaft jetzt hier aktiv werden zu können, freut uns sehr“, meinte Projektleiter Hendrik von Riewel, der schon etliche Freiwilligeneinsätze organisiert hat.

Die 3000 Bäume sponserte der Verein, das Gelände gehört der Stadt. Sie umzäunte die einen Hektar große Fläche, um die Setzlinge vor Wildverbiss zu schützen. Schließlich sollen die kleinen Bäume auch angehen und zügig wachsen. Die Fläche hat es bitter nötig, dort wütete der Borkenkäfer.

Fichten sind im betroffenen Bereich schon etliche wieder zu finden. „Das ist Naturverjüngung“, weiß von Riewel. Seinem Verein kommt es darauf an, dazu beizutragen, dass ein Mischwald entsteht. Und so wurden Buchen, Eichen, Ahorn, Kirschen und Linden in Abständen von einem Meter gepflanzt.

Markus Böttcher lobte den Einsatz des Feuerwehrnachwuchses und der Kinder. „Die hauen echt rein“, meinte er und bezeichnete die Aktion als sehr gelungen.

 

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