Pfarrweisach Ärger über Mietbeitrag

Simon Albrecht

1500 Euro Miete will die Kirchenverwaltung in Pfarrweisach für die Nutzung des Pfarrsaals durch eine Krippengruppe. Die Gemeinderäte sind empört.

Eine Notunterkunft hat eine Kinderkrippen-Gruppe vorübergehend im Pfarrsaal in Pfarrweisach gefunden. Dafür will die Kirche aber 1500 Euro Miete pro Monat. Zu viel, sagen die Gemeinderäte. Foto: Caroline Seidel/dpa Quelle: Unbekannt

Pfarrweisach - Der Gemeinderat ist verärgert über die Katholische Kirchenverwaltung Pfarrweisach. Weil die Container für die erweiterte Krippen-Gruppe voraussichtlich erst Ende diesen Jahres bezugsfertig sind, ist die Gruppe vorübergehend im Pfarrsaal untergebracht - und dafür will die Kirchenverwaltung einen Mietbeitrag in Höhe von 1500 Euro im Monat. Dieser Betrag hat in der öffentlichen Sitzung des Gemeinderates am Dienstagabend für Kopfschütteln gesorgt. Bürgermeister Markus Oppelt (CSU) teilte mit, der ursprüngliche Betrag sei von der Diözese Würzburg sogar 1800 Euro gewesen. Nach "intensiven Gesprächen" habe der Betrag auf 1500 Euro gesenkt werden können, den auch der zuständige Dekan Stefan Gessner genehmigt habe.

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Aus dem Gremium in Kürze

Hundekot auf

öffentlichen Flächen

Das Thema Hundekot auf öffentlichen Flächen war wieder mal Thema im Gremium. Bürgermeister Oppelt meinte, man solle sich seitens der Gemeinde "ernsthaft überlegen, mal einen Strafbefehl durch die Behörden auszustellen". In einer Gemeinde sei es sogar soweit gekommen, dass der Hundehalter mittels DNA-Analyse des Hundekots überführt worden sei - "der hat dann die Strafe und die Kosten für die Analyse bezahlen müssen". Auch sein Stellvertreter Göttel sprach sich für eine deutliche Strafe für unbelehrbare Hundehalter aus. Oppelt betrachtete das Thema von einer anderen Seite: Für die Touristen sei es abschreckend, "hier und da in einen Haufen zu treten", was vor allem für Pfarrweisach gelte.

Neuordnung im

Herbelsdorfer Wald

Zur Neuordnung des Waldes in Herbelsdorf lag dem Gremium ein Plan vom Amt für ländliche Entwicklung Unterfranken vor, der nach einer kurzen Diskussion genehmigt wurde. Bürgermeister Oppelt teilte mit, im Oktober werde es dazu eine Informationsversammlung geben.

Große Nachfrage

nach Bauplätzen

Im neuen Baugebiet "Bei der Schule" in Pfarrweisach seien schon sechs Bauplätze reserviert worden, beantwortete Oppelt eine Anfrage von Gemeinderat Reiner Mönch (FWG).


Gemeinderat Werner Hauck (ULB) nannte es "sehr dreist und unverschämt von der Kirchenverwaltung"; er erinnerte, dass die Gemeinde zum Bau des Pfarrsaals 75 000 Euro als Zuschuss gegeben habe. Wegen der Corona-Pandemie, so Bürgermeister Oppelt, könnten im Pfarrsaal "sowieso keine Veranstaltungen stattfinden und so gibt es auch keine Einnahmen". Einige Gemeinderäte kreideten der Kirchenverwaltung an, die Kasse durch die Mieteinnahmen der Kindergruppe damit aufzubessern.

Der Bau der Containeranlage für die Krippengruppe wird erst bis Ende diesen Jahres fertig sein. Die Anlage soll bekannterweise auf dem Grundstück gegenüber der Kindertagesstätte erstellt werden. Auch hier mussten die Gemeinderäte schlucken: Statt geplanter 230 000 Euro kommt der Bau auf rund 300 000 Euro. "Das ist ordentlich weit weg von dem, was kalkuliert war", resümierte Oppelt. Von zwei Angeboten erhielt die Firma PH-Container aus Schwabach den Zuschlag, die für rund 300 000 Euro am günstigsten angeboten hatte.

Auch wenn es dazu mindestens 50 Prozent finanzielle Förderung gibt, wird die Gemeinde mit 150 000 Euro belastet werden. Oppelt hat Hoffnung, dass "vielleicht etwas mehr als 50 Prozent herausspringen; das wird zur Zeit geprüft". Er teilte dem Gremium mit, dass mittlerweile die Versorgungsleitungen zur geplanten Containeranlage verlegt seien. Bis jetzt seien 32 000 Euro Kosten angefallen. Oppelt dankte in dem Zusammenhang 3. Bürgermeister Sebastian Bock (FWG), der für die Notgruppe schon "einiges an Mobiliar gezimmert hat".

Nochmals Kindergarten: Dirk Suhl, der Geschäftsleiter der Verwaltungsgemeinschaft Ebern, mahnt die Gemeinde Pfarrweisach an, "über eine angemessene Gebührenerhöhung beim Kindergarten nachzudenken, um das jährliche Defizit nicht ansteigen zu lassen". Allein über die Tarifsteigerungen würden im Beschäftigtenbereich jährlich Mehrkosten anfallen. Und so hat der Gemeinderat eine Neufassung der Benutzungsgebühren für die gemeindliche Kindertagesstätte "Pfiffikus" einstimmig genehmigt.

Laut Bürgermeister Oppelt sei Pfarrweisach im Bereich der Verwaltungsgemeinschaft Ebern bei den Gebühren ohnehin am günstigsten. Nach den Worten von Zweitem Bürgermeister Christoph Göttel (FWG) könne man die aktuelle Situation nützen, um die Erhöhung zu begründen: Neubau der Containeranlage, Miete für den Pfarrsaal und steigende Löhne und Gehälter.

Ein Beispiel aus der Erhöhung: bei der Buchung der Kinderbetreuung für sechs bis sieben Stunden täglich - das ist laut Oppelt die am meisten gebuchte Version - beträgt die Monatsgebühr bis jetzt 107 Euro. Nach der neuen Satzung steigt der Betrag ab 1. Januar auf 130 Euro und ab 1. September nächsten Jahres auf 145 Euro. Als Vergleich dazu schreibt die VG, dass die Beiträge für die Caritas-Kindergärten schon jetzt bei 165 Euro monatlich lägen. Einige Gemeinderäte sahen die Erhöhungen "drastisch", doch habe sich - so Oppelt - die Gemeinde in den vergangenen Jahren den Luxus gegönnt, die Beiträge nicht oder nur vage zu erhöhen. Außerdem gaben er und Göttel zu bedenken, dass es für jedes Kindergartenkind seit 2019 einen monatlichen Staatszuschuss von 100 Euro gibt - also müssten die Eltern rechnerisch 30 bis 45 Euro monatlich "verkraften".