Petition „Haus der Natur“ soll erhalten bleiben

Warum eine 15-Jährige aus Föritztal die Schließung des Goldisthaler Naturkundemuseums nicht einfach hinnehmen möchte und deshalb eine Onlinepetition gestartet hat.

Im „Haus der Natur“ in Goldisthal werden die Naturräume des oberen Schwarzatals thematisiert und modern vermittelt. Foto: privat

Bildung ist die Basis und die Zukunft für unsere Kinder und unsere Heimat – doch genau an dieser Basis wird im Landkreis Sonneberg gespart, schreiben Isabella und Thomas Schmidt aus Föritztal an die Redaktion. Die 15-Jährige Schülerin Isabella möchte nicht wegschauen. Sie steht auf und kämpft aktiv gegen die Schließungspläne für das „Haus der Natur“ in Goldisthal. Gemeinsam mit ihrem Vater Thomas Schmidt hat sie eine Bürgerinitiative gegründet, um Verantwortung für ihre Generation und die Zukunft der Region zu übernehmen.

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„Das Haus der Natur‘ ist ein fester Bestandteil meiner Kindheit“, erklärt die Initiatorin. „Wenn wir heute zulassen, dass solche Orte verschwinden, nehmen wir uns selbst die Perspektive für morgen. Ich möchte nicht tatenlos zusehen, wie unsere Zukunft Stück für Stück abgebaut wird – und wir alle sollten nicht zusehen, wie Politiker einfach den Daumen heben oder senken und damit über das Schicksal unserer Bildungseinrichtungen und somit über unsere Zukunft entscheiden“, betont sie. „Hände weg vom Haus der Natur!“, appelliert die 15-Jährige.

Um dem Nachdruck zu verleihen, habe sie mit ihrem Vater eine Petition gestartet, die bereits tatkräftige Unterstützung von Bürgern aus nah und fern erhält. 300 Unterzeichner hatte die Onlinepetition bereits am Freitagmittag vergangener Woche erreicht. „Die vielen engagierten Stellungnahmen unter der Petition zeigen deutlich, wie sehr den Menschen dieser Lernort am Herzen liegt“, deutet sie die Zustimmung. Die von der Jugendlichen initiierte Bürgerinitiative kämpfe gegen eine gefährliche Abwärtsspirale. Es sei zu beobachten, dass im Bereich der Bildung immer mehr der Geldhahn zugedreht werde oder zugedreht werden solle. Der drohende Verlust des „Hauses der Natur“ sei dabei kein Einzelfall, sondern reihe sich in eine Entwicklung ein, die Sorge bereite. Sie sieht Parallelen zur aktuellen Diskussion um das Schulnetz im Landkreis.

Thomas Schmidt, Vater und Mitinitiator, findet klare Worte für dieses Vorgehen: „Es ist beschämend, wie hier mit der Zukunft unserer Kinder gespielt wird. Wir beobachten, wie im Landratsamt und Kreistag politische Entscheidungen getroffen werden, die unsere Region bildungspolitisch systematisch ausdünnen.“ Es dürfe nicht sein, dass sich gewählte Verantwortungsträger hinter Haushaltszahlen versteckten, während sie durch ihre Beschlüsse die soziale und kulturelle Infrastruktur, „die unsere Heimat lebenswert macht, sehenden Auges zerstören“. Isabella Schmidt ergänzt aus ihrer Perspektive: „Es ist ein politisches Armutszeugnis, dass für die Bildung unserer Kinder und meiner Generation kein Geld da sein soll, während gleichzeitig Milliarden für Aufrüstung, Panzer und Waffen bereitgestellt werden – finanziert durch neue Kredite.“ Wenn der Staat den finanziellen Spielraum habe, um in Militär zu investieren, dann müsse er diesen Spielraum vorrangig nutzen, um die Zukunft unserer Kinder und die Zukunft meiner Generation zu sichern. „Eine Region ohne funktionierende Schulen und Bildungsangebote hat keine Zukunft, ganz gleich, wie viele Waffen anderswo bestellt werden“, so Isabella.

Dreistellige Zahl an Unterstützern

„Meine Tochter und ich wollten nicht wegsehen“, sagt Thomas Schmidt. Beide haben deshalb eine Bürgerinitiative gegründet. Er sehe aber auch die mittlerweile dreistellige Zahl an Unterstützern der Petition als Mitglieder der BI. Inzwischen denke man auch über die Gründung eines Fördervereins nach. Mit den Mitarbeitern habe man Kontakt aufgenommen. Ziel sei eine langfristige Sicherheit und eine verlässliche Finanzierung für das „Haus der Natur“ sowie für alle Bildungsstätten und Lernorte im Landkreis Sonneberg und unserer Region. Die Kinder hätten ein Recht auf beste Bildung – auch im ländlichen Raum. Investitionen in die junge Generation sei keine freiwillige Leistung, sondern die Voraussetzung für unsere Zukunft. Insofern fordern sie auch ein „Ende der Sparpolitik auf Kosten der nächsten Generation“. Alle Entscheidungsträger müssten sich bewusst sein, dass sie Dienstleister für die Bürger seien. „Sie verwalten unsere Steuergelder und Gebühren und stehen in der Pflicht, diese sinnvoll und nachhaltig in die Zukunft unserer Heimat und unserer Kinder zu investieren“. so Mitinitiator Schmidt.

Das „Haus der Natur“ befindet sich in Trägerschaft der Gemeinde Goldisthal, deren Gemeinderat keinen finanziellen Spielraum mehr sieht, das Haus als kommunale Einrichtung weiterhin zu betreiben. Beschlusslage ist, das Museum spätestens Ende 2027 zu schließen. Die seitens des Naturparks „Thüringer Wald“ und des Direktors des Museums Kloster Veßra offerierte Unterstützung wertete man im Gemeinderat insofern als wenig hilfreich, weil sie keine Möglichkeiten einer weiteren Finanzierung aufgezeigt hätten. „Es gäbe aber Spielräume“, sagt Ingo Weidig. Der Direktor des Museums Kloster Veßra hatte in einem Leserbrief kürzlich ähnlich wie der Naturpark appelliert, das Museum zu erhalten, zumal es mit seinem Museum und dem Museumsnetzwerk Süd potenzielle Partner gebe.

Die Petition ist online erreichbar unter: