Personelle Konsequenzen Kirchenmann bekommt Gegenwind

Steinachs vormaliger Stadtpfarrer Michaelis ist nach einem Auftritt bei einer Demo gegen die Corona-Ansteckungsschutzregeln sein Amt als Vorsitzender der Pfarrergesamtvertretung los.

Pfarrer Michaelis bei seinem Auftritt am 5. Dezember in Hönbach. Foto: /Zitzmann

Die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) hat Konsequenzen gezogen aus dem Auftritt von Martin Michaelis am 5. Dezember in Sonneberg und ihn als Vorsitzenden der Pfarrergesamtvertretung abgesetzt. Das meldete am Samstag der MDR unter Verweis auf die Kirchenzeitung „Glaube und Heimat“. Zwar, so der Sender, fungiere der vormalige Steinacher Stadtpfarrer weiter als Vorsitzender des Thüringer Pfarrvereins und ihrer rund 600 Mitglieder. Die Berufsvertretung habe jedoch für Mitte April zu einer außerplanmäßigen Mitgliederversammlung eingeladen. Es stehe zu erwarten, dass dabei der Vorstand neu gewählt wird, mutmaßt der MDR.

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Wie berichtet, war Michaelis – nach seinem Weggang aus Steinach in Quedlinburg zuhause – in den Abendstunden des zweiten Adventssonntags als Redner einer Kundgebung aufgetreten, welche eine „Initiative von Heilberufen“ um einen hiesigen Augenarzt angemeldet hatte. Genehmigt hatten die Behörden seinerzeit die Zusammenkunft von 35 Teilnehmern, ortsfest am Marktkauf. Weit über 1000 Demonstranten zogen von dort schließlich ohne Maske und Abstand zur Grenzkapelle nach Hönbach. Sonneberg verzeichnete damals – inmitten der Corona-Welle, angetrieben von der Delta-Variante – eine der höchsten Neuinfektionsraten bundesweit. Der Dezember 2021 erwies sich im Nachgang als der Monat mit den meisten Pandemieopfern im Landkreis binnen der vergangenen zwei Jahre. In Hönbach behauptete Michaelis eine Unvereinbarkeit christlicher Gebote mit den Ansteckungsschutzregeln. Dabei brachte er den Reformator Martin Luther in Stellung gegen eine aus seiner Sicht übergriffige Politik.

Nicht mehrheitsfähig

Dass er mit solchen Ansichten nicht mehrheitsfähig ist, unterstrichen am Tag nach der Demo gleichlautend Vertreter der Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands wie des Sonneberger Kirchkreises. Die Distanzierung geriet deutlich, die Einlassungen von Michaelis stünden in krassem Widerspruch zum Beschluss der Landessynode „Impfen ist Nächstenliebe“, hieß es etwa vonseiten des EKM-Personaldezernenten Michael Lehmann. Kritik gab es für Michaelis zudem in Form von Wortmeldungen aus dem Sonneberger Krankenhaus und von Steinachs Bürgermeister.