Patientenfürsprecherin Für diejenigen einsetzen, die leise sind

Caroline Berthot
Margita Greiner. Foto: /Bastian Frank

Margita Greiner aus Wichtshausen ist die neue Patientenfürsprecherin am SRH Zentralklinikum Suhl. Als solche möchte sie sich für die Patienten einsetzen, die sich selbst nicht trauen, Probleme anzusprechen.

16 Jahre und zehn Monate hat Margita Greiner im Suhler Klinikum gearbeitet. Doch auch gut anderthalb Jahre nachdem die Finanzbuchhalterin in Rente gegangen ist, ist sie regelmäßig in der Einrichtung auf dem Döllberg anzutreffen. Die 69-Jährige aus Wichtshausen ist nämlich die neue Patientenfürsprecherin des Klinikums. Schon vor Monaten hat sie die ehrenamtliche Aufgabe übernommen, aber erst seit das Besuchsverbot aufgehoben wurde, ist sie richtig im Einsatz. „Ich wollte nicht im Klinikum herumlaufen, während die Patienten nicht mal ihre Angehörigen empfangen konnten“, begründet Margita Greiner den verspäteten Start als Patientenfürsprecherin.

Als Rentnerin hat sie Zeit fürs Ehrenamt

Dass sie sich als Rentnerin ehrenamtlich engagieren möchte, stand für die 69-Jährige schon lange fest. „Mein erster Gedanke war, wenn ich dann zuhause bin, werde ich Grüne Dame und besuche Patienten, die jemanden zum Reden brauchen.“ Aus diesem Anliegen machte sie kein Geheimnis, sodass die Verantwortlichen des Klinikums um ihre Bereitschaft zum Ehrenamt wussten. Als sie gefragt wurde, ob sie Patientenfürsprecherin werden wolle, informierte sich Margita Greiner erst einmal über die Aufgabe, überlegte und sagte schließlich zu.

Seitdem ist sie dabei, sich in das Ehrenamt einzuarbeiten. Dazu hat sie sich viel mit ihrem Vorgänger Rüdiger Müller ausgetauscht und auch mit anderen Patientenfürsprechern aus ganz Deutschland. Auf den einzelnen Stationen des Suhler Klinikums hat sie sich ebenfalls vorgestellt, damit alle wissen, dass sie jetzt als Ansprechpartnerin für die Patienten da ist.

Für die Patienten Probleme ansprechen

Als eine Art anonyme Beschwerdestelle beschreibt Margita Greiner ihre Aufgabe. „An mich können sich die Patienten wenden, um Probleme anzusprechen, ohne dass sie selbst sich gegenüber dem Klinikpersonal äußern müssen“, erklärt sie. Denn viele trauten sich das gar nicht. „Nicht die Lauten brauchen Hilfe, sondern die Leisen“, zitiert die 69-Jährige einen anderen Patientenfürsprecher.

Als solcher kümmere man sich um das Drumherum in einem Krankenhaus – um Service, Freundlichkeit, Sauberkeit, Dokumentation. Nicht um die medizinische Behandlung, wie Margita Greiner betont. „Wenn es dabei Probleme gibt, kann ich nur weitervermitteln, an Patientenvereinigungen zum Beispiel.“

Was sie so an Anfragen erwarten könnte, hat die 69-Jährige schon bei ihrer Arbeit in der Finanzbuchhaltung des Klinikums mitbekommen, wenn die Leute etwas wegen ihrer Rechnung klären mussten und ins Erzählen kamen. Auch im Fahrstuhl höre man so einiges, meint sie. Sie ist gespannt, womit sie es als Patientenfürsprecherin zu tun bekommt und will ihr Bestes geben, um zu helfen. „Oftmals reicht es ja schon, sich Luft zu machen, mit jemandem zu reden“, weiß Margita Greiner.

Am ersten Montag des Monats vor Ort

Dafür steht die Mutter zweier Söhne und Großmutter von vier Enkelsöhnen immer am ersten Montag im Monat von 9 bis 16 Uhr im Klinikum parat. „Am Empfang weiß man Bescheid und ruft mich an, wenn jemand nach mir fragt“, so die 69-Jährige. Es müsse keiner im Haus herumsuchen.

Auch abseits der Sprechzeit ist die Patientenfürsprecherin zu erreichen: Es gibt einen Briefkasten am Aufnahmetresen des Klinikums, in den jederzeit Anfragen eingeworfen werden können. „Ich melde mich dann zurück“, versichert Margita Greiner. Gleiches gilt auch für Mails an patientenfuersprecher.zs@srh.de.

 

Bilder