Parkettleger on Tour Hochwertige Holzböden für zwei Räume im Altensteiner Schloss

22 Parkettleger aus ganz Deutschland – vom Lehrling bis zum Meister – haben in den vergangenen Tagen in zwei Räumen im Altensteiner Schloss kunstvollen Holzboden verlegt. Ehrenamtlich und mit großem Enthusiasmus.

Der Verein „Parkettleger on Tour“ hat der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten ein besonderes Geschenk bereitet und das Altensteiner Schloss zu seinem Projekt 2022 auserkoren. Im einstigen Speisesaal und einem kleineren Raum haben die Parkettleger seit vergangenem Freitag gearbeitet. Nun haben beide Räume einen kunstvollen Holzboden.

„Es ist richtig gut gelaufen“, sagt Ernst Müller, Gründer und Vorsitzender des Vereins „Parkettleger on Tour“. Vergangenen Freitag sind 22 Vereinsmitglieder angereist – beispielsweise aus Leipzig, Köln, Gießen und Starnberg. Die Azubis, Gesellen und Meister haben extra eine Woche Urlaub genommen, um ehrenamtlich ihre Profession auszuüben.

Neu dabei und mit dem kürzesten Anreiseweg ist Rigo Möller, selbstständiger Parkettlegermeister aus Brotterode-Trusetal. Er habe im vergangenen Jahr aus der Zeitung erfahren, dass die „Parkettleger on Tour“ in die Region kommen und daraufhin Kontakt mit Ernst Müller aufgenommen, erzählt der 48-Jährige. „Und dann bin ich dem Verein beigetreten.“ Historische Böden hätten ihn schon immer interessiert – im normalen Tagesgeschäft seien Aufträge dieser Art jedoch die Ausnahme. „Wobei wir auch schon in Schloss Wilhelmsburg in Schmalkalden zu tun hatten“, berichtet er. Das Fachsimpeln und der Austausch mit Kollegen aus ganz Deutschland gefalle ihm, sagt Rigo Möller. Dass er sich dafür – bei vollen Auftragsbüchern – eine Woche freischaufeln musste, sei in Ordnung.

Schon länger im Verein aktiv ist Sven Grunwald, Parkettlegermeister aus Leipzig. Auf dem Altenstein ist er aber erstmals für einen eigenen Raum verantwortlich und darf hier seine eigenen Vorstellungen umsetzen. Während im ehemaligen Speisesaal Eichenholzparkett nach historischem Vorbild verlegt wird, kann Sven Grunwald in dem kleineren Raum kreativer sein. Eiche, Esche und Iroko – ein Tropenholz – verwendet der 32-Jährige. Einige Vorarbeiten hat er bereits in der heimischen Werkstatt erledigt. „Allein das Ausschneiden des Sterns hat zwei Tage gedauert“, erzählt er. Die Arbeitszeit sei es auch, weswegen der Quadratmeterpreis für einen solchen Boden zwischen 400 und 450 Euro liege.

Geld, das die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, der das Altensteiner Schloss gehört, nicht bezahlen muss. Das Material wird von Firmen gesponsert, die „Parkettleger on Tour“ arbeiten komplett ehrenamtlich.

Und lernen bei ihren Einsätzen Deutschland besser kennen. „Es ist wunderschön hier“, befindet Vereinschef Ernst Müller. Und da so gut gearbeitet worden sei, bleibe auch noch Zeit für die ein oder andere Freizeitaktivität. Ein Besuch der Wartburg beispielsweise sei ein Muss.

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