Parken in der Innenstadt Stadträte fragen: Ist OB ein Opfer eigener Bürokratie?

Die positive Wendung in Sachen Parkkarte für eine Suhler Familie wollen die Stadträte der Fraktion Freie Wähler/Grüne nicht unkommentiert lassen.

Robert Schuster nimmt von Oberbürgermeister André Knapp den Parkausweis entgegen. Foto: frankphoto.de

Suhl - „Was länger währt, das wird gut, heißt es jedenfalls sprichwörtlich. Unsere Fraktion Freie Wähler/Grüne freut sich mit der Familie aus der Suhler Blücherstraße, dass es nun nach Monaten doch noch geklappt hat, eine städtische Parkkarte für die Karl-Liebknecht-Straße um die Ecke zu bekommen.“ Mit diesen Worten reagiert Fraktionsvorsitzende Ingrid Ehrhardt auf den Beitrag „Parkausweis für frisch gebackene Eltern“, „Freies Wort“ vom 16. Februar 2022. Das sei doch endlich mal selbstverständliche Unterstützung dieser Familie mit Kleinkindern, so solle es sein, schreibt Ingrid Ehrhardt weiter. Und fragt: „Hätte aber auch schon früher funktionieren können?“

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Sie erinnert an jenen Zeitungsbeitrag, als die Stadtverwaltung alle Argumente, Vorschriften und Gesetze aufgefahren hatte, um zu erklären, weshalb der Familie keine Parkkarte zustehe. „Dabei wohnen Mann, Frau und die kleinen Kinder im gleichen Haus wie all jene Anwohner, welche eine Parkkarte erhielten. Ihr Pech nur, dass ihr Hauseingang nicht zur Karl-Liebknecht-Straße führt, sondern zur Blücherstraße um die Ecke“, stellt die Fakzionschefin nochmals den Knackpunkt heraus.

„Also nichts mit genehmigtem Parken ganz in der Nähe, was mit Kleinkindern schließlich kein Nachteil wäre... Nun die überraschende Nachricht: Der Oberbürgermeister persönlich brachte dieser Tage, nach einem Vierteljahr, die Parkkarte doch noch vorbei. Wie hat er das gegen seine Vorschriften getreuen Mitarbeiter durchgesetzt?“, fragen sich die Freie-Wähler- und die Grünen-Stadträte. Und geben selbst die Antwort: „Musste er überhaupt nicht! Die Mitarbeiter des zuständigen Amtes haben selbst nach einer Lösung gesucht und diese sogar gefunden, so entnehmen wir es jedenfalls dem Zeitungsbeitrag ,Parkausweis für frischgebackene Eltern’“.

Ein neuer Mitstreiter?

Die Stadträte freuten sich nicht nur für die Eltern, die nun mit reinem Gewissen vor ihrem Quartier parken dürfen, „sondern auch mit dem CDU-Oberbürgermeister, der die eigene Bürokratie in seinem Rathaus besiegte. Das schürt bei den Stadträten unserer Fraktion, die wir ja keinen Einfluss auf verwaltungshoheitliche Maßnahmen haben, zumindest ein wenig Hoffnung auf einen neuen Mitstreiter in Sachen ,Entscheidungen mit gesundem Menschenverstand’. Uns fällt spontan die Forderung vieler Bürger aus Goldlauter zum Tempo 30 in der viel befahrenen engen und kurvenreichen Zellaer Straße ein!“, schließt Ingrid Ehrhardt.