Paradiesvogelfest Prinzessin und Rebell - live und digital

Ein Programmhöhepunkt des diesjährigen Paradiesvogelfests auf  Schloss Weitersroda war der Auftritt der Gruppe "Prinzessin und Rebell", bei der Festival-Initiator Florian Kirner mitwirkt.

Weitersroda - Wie auch alle anderen Auftritte wurde das Konzert am Freitagabend live übertragen. Die Gruppe setzt sich zusammen aus Anna Katharina Kränzlein, die Gründungsmitglied einer der erfolgreichsten deutschen Mittelalter-Folkrockbands, Schandmaul, war. Sie prägte 20 Jahre nicht nur als Geigerin und Drehleierspielerin das Gesicht der Band, sondern schrieb auch einige Songs selbst. 2017 verließ Anna die Band, um sich eigenen Musikprojekten zu widmen. Heute gibt die Diplomgeigerin Geigenunterricht und widmet sich verschiedenen Musikprojekten. So traf sie auch auf den Liedermacher Florian Kirner, und trat mit ihm zunächst unter dem Bandnamen "Rebellische Saiten" auf.

Später gründeten sie das Musikprojekt "Prinzessin und Rebell", welches 2020 ihre CD "Boomende Stadt" veröffentlichte. Beide Künstler widmen ihre Songs zeitgenössischen Themen und werden live durch den Fürther Musiker Rob Stefan unterstützt. Am Freitagabend hieß es gegen 22:45 Uhr Bühne frei. Im Gepäck hatte die Formation nicht nur Titel der aktuellen CD, sondern auch Songs aus älteren Zeiten. So wurde unter anderem Titel wie "Madiba Mandela" oder Songs aus Annas Feder, wie "Auf hoher See" und "Prinzessin" präsentiert. 

Um so unterschiedlicher ihre musikalischen Wurzeln scheinen, um so mehr harmonieren die Künstler auf der Bühne. Florian Kirners parodische Texte, untermalt von Mandoline, Gitarre und Thüringer Waldzither, verschmelzen geradezu mit dem Gesang von Anna Katharina Kränzlein und ihrem virtuosen Geigen-, Bratschen- und Drehleierspiel. Gut eine Stunde präsentierten sie sich nunmehr zum zweiten mal via Livestream ihrem Publikum. 

Denn das Release ihrer CD "Boomende Stadt" stand schon im vergangenen Herbst coronabedingt unter keinem guten Stern und die Band musste ihr Album ebenfalls via Livestream aus dem Schlosshof in die Welt tragen. Wie Florian Kirner während des Konzerts betonte, habe er trotz der Pandemie ein Festival organisiert, um zu zeigen und fühlbar zu machen, dass es weh tue, dort ohne Publikum und Gäste zu stehen. Er möchte nicht, dass dies zu einer Art neuen Normalität werde und die Besucher irgendwann sagten, das Festival habe nach so langer Zeit nicht mehr das Flair einer Liveveranstaltung. Denn es ist mittlerweile das zweite Jahr infolge, dass das Paradiesvogelfest als reale Veranstaltung abgesagt werden musste. Ein Ersatz ist für September 2021 geplant. Hier soll das 11. Paradiesvogelfest wieder unter normalen Bedingungen stattfinden.

 

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