Sonneberg/Hildburghausen/Coburg - Eine sich überlappende Welle von Erkrankungen an der Delta-Variante des Corona-Virus und eine sich zeitgleich massiv aufschaukelnde fünfte Welle, getrieben von Omikron – ein solches Szenario steht im Laufe des Januars zu befürchten. Auf einer Videokonferenz mit Pressevertretern am Mittwoch äußerten Mediziner aus dem südthüringisch-oberfränkischen Klinikverbund Regiomed einhellig ihre Sorge vor der Entwicklung in den kommenden Wochen. Der Leiter des Lungenzentrums und Pandemiebeauftragte am Coburger Klinikum Claus Steppke wurde mit Blick auf die zuletzt gesunkene Zahl an Neuaufnahmen von Corona-Patienten drastisch: „Wir schauen aufs Meer und wissen, die Senke geht dem Tsunami voraus.“ Kaum anders umriss Georg Breuer seine Einschätzung. Der Notfallmediziner und ärztliche Direktor am Coburger Klinikum ordnete die leicht rückläufige Entwicklung als Vorbote von Schlimmerem ein. Ein „gespanntes Abwarten“ präge die Stimmung auf den Stationen. Dies in einer Situation, in der nach knapp zwei Jahren Pandemiebekämpfung die Mitarbeiter längst an den Möglichkeiten ihrer psychischen und physischen Belastung angelangt sind. Und die Kapazitäten, um den Versorgungsauftrag gegenüber der Bevölkerung in den Kreisen Sonneberg, Hildburghausen, Lichtenfels und Coburg zu erfüllen, sich damit vorab einer Omikron-Welle „hart an der Grenzlinie“ bewegen.