„Das ist die größte Pfeife“, steht in einem Bild im jüngsten Gemeindebrief. Pfarrer Rainer Kunz steht darauf mit ziemlich langen stück Holz im Chorbereich der Stadtkirche. Die Selbstironie ist gewollt, gibt Kunz zu, aber die Dimensionen sind schon beachtlich, denn fünf Meter plus 17 Zentimeter misst die größte Orgelpfeife des Instruments in der Stadtkirche. Allerdings mussten die Sonneberger etwa zwei Jahre auf ihre „König der Instrumente“, wie die Orgel wegen Größe, Klangreichtum und Ausstattung auch bezeichnet wird, verzichten. Allerdings nähert sich die „orgellose“ Zeit ihrem Ende und die „Königin“ wird Anfang November zurückkehren oder – um in symbolischen Bildern zu bleiben – „Hof halten“. Denn mit Festgottesdienst, Konzerten, Vortrag und einer Gala wird die Rückkehr verbunden sein. Zum Festgottesdienst am Reformationstag wird Regionalbischöfin Friederike Spengler erwartet und Orgelbauer Konrad Scheffler wird einen Vortrag über die Restaurierung halten. Musikalisch sind bereits zwei Veranstaltungen gesetzt, ein Festkonzert und eine Orgelgala mit Wolfgang Zerer. Der Organist und Musikpädagoge hat in Hamburg eine Professur für Orgel an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg inne. Noch ist davon aber nicht viel zu sehen. Zwar steht der Spieltisch wieder an seinem Platz, nur eben die Tastatur ist noch verschlossen und hinter dem Prospekt herrscht noch gähnende Leere. Da ist noch einiges zu tun, aber die Veränderungen sind bereits zu sehen. Die Pedale sind neu und das helle Holz im Fußbereich, zeigt an, dass da einiges sich ändern wird. Allerdings, spätestens zum Reformationstag, dem 31. Oktober, sollte die Orgel wieder möglichst harmonische Töne von sich geben – für das Publikum. Für die Kirchenmusiker jedenfalls sollte das schon etwas früher sein. „Ich muss mich einspielen können“, sagt Kantor Martin Hütterott. Gleiches gelte auch für den Organisten Wolfgang Zerer aus Hamburg, der das Instrument zu einer Gala Anfang November bespielen möchte. „Der Orgelbauer möchte rechtzeitig fertig sein“, sagt Sabine Lehnhausen von der Kirchengemeinde. Und das wäre bereits Anfang Oktober. Derweil war die „Kur“ – oder „Reha“ – für die „Königin“ längst überfällig, denn das Instrument hatte in seinen 100 Jahren ziemlich viel „aushalten“ müssen.
Orgelsanierung Die „Königin“ hält bald „Hof“
Thomas Schwämmlein 22.08.2025 - 17:00 Uhr