Orgelkonzert in der Dreifaltigkeitskirche Zauberhafte Melodien auf der „Königin“

Von Cathrin Nicolai
Ria Blinzler und Christia Buhl bedanken sich bei Matthias Grünert für das tolle Konzert. Foto: /Privat

Matthis Grünert, bekannter Organist und Kantor der Dresdner Frauenkirche ist auch in diesem Jahr wieder mit seiner Orgelfahrt unterwegs. Eine Station ist am Wochenende die Dreifaltigkeitskirche in Neuhaus-Schierschnitz.

Neuhaus-Schierschnitz - Ein Orgelkonzert ist immer etwas ganz besonderes, noch dazu, wenn man einen sehr guten Organisten dafür gewinnen kann. Aber nicht jeder kann sich so einen Künstler leisten. Deshalb hat vor einigen Jahren hat der Kantor der Dresdner Frauenkirche das Konzertprojekt „ OrgelFahrt“ ins Leben gerufen. Ein ehrenamtliches Team um Christiane Linke aus Wittmannsgereuth und Matthias Creutzberg aus Pößneck kümmern sich im Vorfeld um alles, was zu so einem Konzert gehört. Sie vereinbaren mit den Kirchgemeinden die Termine, stimmen diese mit Matthias Grünert ab und stellen Plakate und Flyer zur Verfügung. Dreitägige, viertägige oder auch fünftägige OrgelFahrten führen jeweils durch verschiedene Regionen in Thüringen und Franken.

Damit kommen auch die kleinen Kirchgemeinden in den Genuss, einen herausragenden Organisten für ein Konzert an kleinen aber oft feinen Kirchenorgeln begrüßen zu können. Durch die „OrgelFahrt“ wird die Königin der Instrumente in ihrer unverwechselbaren Einzigartigkeit und unbeschreiblichen Vielfalt einmal mehr für viele Interessenten erlebbar. Gerade für kleinere Kirchgemeinden ist das immer immer ein besonderes herausragendes Ereignis, zumal in den letzten Jahren viele Orgeln instand gesetzt oder gar restauriert wurden. So auch die Sauer-Orgel in der Dreifaltigkeitskirche in Neuhaus-Schierschnitz. Erst im Sommer vergangenen Jahres waren die Mitarbeiter der Firma Firma Hofmann und Schindler aus Ostheim in der Rhön angereist, um das gute, alte Instrument wieder einmal ganz genau unter die Lupe zu nehmen. Alles wurde gründlich geputzt und falls nötig wieder repariert. „Perfekt“, waren sich am Ende alle einig.

„Jetzt müsste sie wieder einmal in einem Konzert erklingen“, überlegte man sich im Gemeindekirchenrat. „Wir bewerben uns für die OrgelFahrt“, stand schnell fest. Und man hatte Glück, Neuhaus-Schierschnitz fand im aktuellen Plan für dieses Jahr Berücksichtigung. „Es ist uns eine Ehre, zum dritten Male den Kantor der Dresdner Frauenkirche, Matthias Grünert, in der Dreifaltigkeitskirche willkommen zu heißen“, freut sich am vergangenen Samstag nicht nur Gemeindekirchenratsvorsitzende Ria Blinzler. „Wenn man bedenkt, dass ihn bisher Gastspiele als Organist und Dirigent an die zahlreichsten Orgeln und Musikzentren der Welt führten, wie beispielsweise Japan, Island, Frankreich, Belgien, Österreich, Italien, Tschechien, Polen und in die Schweiz, dann sind wir Neuhäuser natürlich extra stolz, dass wir im Jahr 2022 erneut einen Platz im Programm der OrgelFahrt erhaschen konnten“, sagt sie in ihrer kurzen Begrüßung.

Die Orgel ist dem Künstler von früheren Gastspielen bereits bekannt, aber nachdem „Generalüberholung“ gibt es sowohl für den Maestro als auch für seine Zuhörer, eine erstaunliche Klangüberraschung, die sicherlich jedermann Ohren schmeichelte. Mitgebracht hatte er für diesen Abend unter anderem „Largo“ aus der Oper „Xerces“ von Georg Friedrich Händel, das „Praeludium III n G“, aus der Sammlung: „Clavierübung“ von Georg Andreas Sorge, „Tempesta di mare“ von Nicolo Moretti, „Le coucou“ von Louis-Claude Daquin ou, „Sonatina in C“ von Padre Davide da Bergamo und die „Sonata de primo tono“ von José Lidón. Außerdem erklingen das „Rondo per Organo in G“ von Giuseppe Gherardeschi, die „Sonate Nr. 3“ von Antonio Diana und die „Sonata in C“ von Nicola Zingarelli. Jedes seiner ausgewählten Werke begeistert die Zuhörer, bekommen sie durch die Vielfalt der ausgewählten Werke einen Einblick in die Musikgeschichte der verschiedenen Epochen. Leider vergeht die Zeit viel zu schnell und schon war der letzte Ton verklungen. Mit lang anhaltendem Beifall bedanken sich die Gäste für diese schöne „Stunde der Musik“. Obwohl ein wenig in Zeitdruck – Matthias Grünert muss weiter zum Anschlusskonzert in die Katholische Pfarr- und Wallfahrtskirche nach Glosberg – kommt er nicht umhin, eine Zugabe zu spielen. Noch einmal erklingt die Sauer-Orgel und man hört ein Werk von Johann Sebastian Bach.

Ria Blinzler bedankt sich im Namen der Kirchgemeinde und im Namen aller Anwesenden für diese wunderbare musikalische Einkehr in der Ortskirche. Als kleines Dankeschön für dieses schöne Konzert überreicht sie gemeinsam mit Christine Buhl an Matthias Grünert einen großen Blumenstrauß und ein kleines Geschenk. Gedacht hat man aber auch das ehrenamtliche Team der „OrgelFahrt“. Stellvertretend für alle schenkt Ria Blinzler Christiane Linke eine selbstgehäkelte Schneeflocke. Diese soll sie immer an das Konzert in der Dreifaltigkeitskirche erinnern, denn während der Organist Matthias Grünert die „Königin“ spielte, tanzen draußen die Schneeflocken – vielleicht sogar nach seiner Musik.

 

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