Offene Höfe und Gärten in Seligenthal Atemberaubende Wohlfühloasen

Annett Recknagel

Zwischen Blüten und Früchten gab es zum Tag der offenen Gärten und Höfe in Seligenthal so manche Überraschung zu entdecken.

Vor dem Haus die Hauptverkehrsstraße, dahinter eine grüne Oase. „Einfach traumhaft schön“ – diese drei Worte hörte Ursula Eggenstein am Samstag etliche Male. Die Gäste waren einfach fasziniert von ihrem romantischen Gartenreich. Von den schattenspendenden Bäumen, liebevoll arrangierten Blumenbereichen, duftenden Pflanzecken, einem großen Steintisch, vielen Gartenstühlen, romantischer Sitzgelegenheit und lauschigen Plätzchen, von denen man den Blick kaum abwenden konnte. „Ursel, du brauchst gar nicht in den Urlaub zu fahren“, war zu hören. Und die Gartenbesitzerin meinte: „Ich fahr auch gar nicht gerne weg.“ Hinter ihrem Haus hat sie alles, was sie zum Sich-Wohlfühlen braucht.

Und das war zum Tag der offenen Höfe und Gärten anlässlich der Seligenthaler 700-Jahr-Feier besonders liebevoll angeordnet. Hier wie dort entdeckte man Utensilien von einst. Die gelernte Floristin hat ein Händchen für Dekoration. Man konnte sich kaum sattsehen. Dazu selbst gebackener leckerer Kuchen, Kaffee, selbst gemachte Säfte, Marmeladen und erfrischendes Wasser. Natürlich hängt an dem Garten viel Arbeit. „Man muss es gerne machen“, meinte Ursula Eggenstein und das sie das macht, sieht man sofort. Man merkte aber auch, dass ihr Garten eine Kraftquelle für sie ist.

Gleiches war bei Antje Röper zu spüren. Auch sie ist Floristin und hat bereits bei drei Landesgartenschauen mitgewirkt. Ihr „Dorfgarten für Alt und Jung“ in der Schulschöpfe 7 war in verschiedene Bereiche eingeteilt. Ob Flaschenbaum, Junges Gemüse, Kräuterecke, Gerüchteküche oder Bienenparadies – die gesamte Anlage war ein Hingucker und wurde für die Besucher zum Erlebnis. Kohlköpfe trugen Sonnenbrillen und Basecaps. Blumenkohl, Brokkoli und Co. waren durch Sonnenschirme geschützt. Antje Röpers Ideen kamen an. Eigens für das Jubiläum hatte sie zehn Hochbeete selbst gebaut und war zur Gemüsezüchterin geworden.

Die Besucher wanderten von Garten zu Hof und von Hof zu Garten. Immer auf der Suche nach einem blauen Fensterrahmen mit Nummer. Die nämlich mussten aufgeschrieben und addiert werden, um sich eine Chance auf einen Preis zu sichern. Ausgelost wurde der am Abend in der Hundsrück-Arena, wo die Franken-Räuber rockten. Und mit ihnen ganz Seligenthal. Um die 250 Gäste fanden den Weg dorthin.

Doch zurück zu den blühenden Oasen. Ingeborg und Siegmar Holland-Jopp zeigten auf ihrem Hof traditionelles Handwerk. Bei Lore Römer drehte sich alles um die Landwirtschaft. Wieselflink huschte die 93-Jährige in einen Innenraum, der zum kleinen Museum mit vielen alten, damals modernen, Kleidungsstücken umgestaltet worden war und wies auf Trachten und Unterwäsche von einst hin. Simone und Nico Kühn zeigten alte Schulutensilien. Nachbar Erhard Holland-Nell hatte damals gar ein altes Stück vom Schulhofzaun gerettet, das heute noch zu sehen ist. Bei Susanne und Stefan Koch wurde es fantastisch. Mit ihrem Lindwurm auf der Schulter las die Geschichtenerzählerin über Drachen und andere Fabelwesen. Selbst ein Hexenbesen konnte in ihrem Hof bewundert werden. Die Seifenblasenmaschine gefiel besonders den jüngeren Gästen.

Wunderwasser

Und Bürgermeister Ralf Holland-Nell fühlte sich dort so richtig wohl, dass er gleich dreimal Station bei Susanne Koch machte. Doch auch die anderen Gärten und Höfe nahm er unter die Lupe. Regina und Andree Jung stellten ihr Kleinod in der Haderholzstraße 31 vor und hatten sogar Wunderwasser im Angebot. Aufmerksamkeit erregte auch die herzblättrige Pfingstrose. Nach der Gärten- und Höfetour konnte man dann bei den Kaninchenzüchtern in deren Domizil an der Gothaer Straße einkehren.

Beendet wurden die Feierlichkeiten rund um den 702. Dorfgeburtstag mit einem festlichen Gottesdienst, bei dem Gospelchor, Gemischter Chor und Männerchor sangen. Danach traf man sich am Gemeindehaus, wo die Feuerwehr mit Gulasch und Klößen aus der Gulaschkanone wartete. Der Wintersportverein sorgte für Getränke und Gegrilltes. Die Jubiläumsfeierlichkeiten klangen mit einem bunten Nachmittag für Jung und Alt aus.

 

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