ÖPNV in Meiningen Nach E-Bus-Aus Kompromiss gefunden

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In Kleintirol geht es eng zu – Ausweichen bei Gegenverkehr unmöglich. Foto: /T. Michalowski

Mit dem Ausfall von aktuell zwei der drei Karsan-Elektrobusse hat die Meininger Busbetriebs GmbH Probleme, kleine Wohngebiete in der Kreisstadt anzufahren. Jetzt konnte zumindest ein Kompromiss gefunden werden.

Für den Betrieb der Stadtlinien im Osten Meiningens mit steilen Hängen und engeren Nebenstraßen hatte die Meininger Busbetriebs GmbH (MBB) drei kleine E-Busse angeschafft. Doch die Konstruktion erwies sich als noch nicht ausgereift. Durch den täglichen Einsatz und die nicht selten schlechte Beschaffenheit der Wohngebietsstraßen nahm die Fahrwerkskonstruktion innerhalb eines Jahres großen Schaden. Die E-Busse vom Typ Karsan fielen durch die fällige Hauptuntersuchung. Der TÜV verweigerte auch nach Reparaturversuchen sein Okay (Meininger Tageblatt berichtete). „Im Moment ist bereits ein Verfahren dazu mit dem Hersteller zu Klärung und Rücknahme der E-Busse durch die MBB GmbH initiiert worden, denn auch andere Städte haben mit diesem Bus-Modell ähnliche Erfahrungen gesammelt“, teilt dazu das Landratsamt in Meiningen mit.

Schon die Außerbetriebnahme von zwei der drei kleinen E-Busse stellte die MBB vor große Herausforderungen. Denn mit den normalen große Linienbussen ist ein Großteil der verwinkelten Wohngebietsstraße nicht zu befahren. Darauf wies MMB-Geschäftsführer Mirko Peter schon Ende Juli gegenüber Meininger Tageblatt hin und kündigte an, dass Fahrplananpassungen an besagten Linien notwendig werden. Betroffen davon sind die Haltestellen Oberer Panoramaweg, Finkenweg, Am Wandervogel, Am Märtensgraben, An der Heuleite, Morgenleite 1 und 2, Tiroler Weg, Am Frauenbrunnen, Unterer Panoramaweg und Linsengrund. Diese Haltestellen könnten womöglich nicht wie bisher bedient werden, hieß es.

Meiningens Bürgermeister Fabian Giesder (SPD) wandte sich daraufhin an Landrätin Peggy Greiser (parteilos), was zu intensiven Gesprächen zwischen den Verantwortlichen führte. Die Suche nach einer Alternativlösung war im Rahmen der technischen Möglichkeiten erfolgreich: Die MBB wird einen bereits aussortierten Diesel-Kleinbus wieder reaktivieren sowie einen weiteren Kleinbus aus dem Firmenfuhrpark einsetzen, um die ÖPNV-Anbindung der Oststadt weitestgehend aufrecht zu erhalten.

Dennoch müssen sich die ÖPNV-Nutzer auf folgende Änderungen im Stadtverkehr Meiningen einstellen, die zum 28. August in Kraft treten sollen:

- Der Obere Panoramaweg wird nicht mehr angefahren. Die Schülerbeförderung im Wohngebiet Herrenstück wird zukünftig außerhalb des regulären Linienverkehrs mit Kleinbussen abgesichert.

- Die Linien 13 und 15 bleiben erhalten und integrieren teilweise Bestandteile der Linie 12, die ansonsten entfällt.

- In die Linie 14 werden Rufbusfahrten zu Wandervogel und Finkenweg neu aufgenommen. Die Rufbus-Nutzung ist bis spätestens 15 Uhr des Vortages bei der MBB unter Tel. (03693) 84 54 0 anzumelden.

Einig sind sich die Verantwortlichen in der Frage, dass diese Lösung nicht von Dauer sein kann. Im kommenden Jahr sollen daher die betroffenen Linien erneut betrachtet werden. Das Ergebnis wird insbesondere davon abhängen, welche Fahrzeugtechnik dann zur Verfügung stehen wird.

 

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