325 nach Christus: Kaiser Konstantin I., den man später „den Großen“ nennen wird, herrscht erst seit Kurzem über das römische Reich, da beruft er ein Konzil, eine wichtige Kirchenversammlung ein. Irgendwann im Frühsommer kommt man zusammen, in Nicäa, einer kleinen Stadt am Ufer des Bosporus in der heutigen Türkei. Es ist das erste Mal, das ein römischer Kaiser eine Zusammenkunft der Christen befördert. Die jüngste Verfolgungswelle im Riesenreich war keine zwanzig Jahre her, und nicht wenige der Konzilsteilnehmer tragen noch die Narben ihrer Peiniger. Nun sitzen sie Auge in Auge mit dem großen Imperator, dessen Staat die junge Christenheit immer wieder auszurotten versuchte, offenbar erfolglos.