Oberschönau Auf dem Weg zu altem Glanz

Erinnerung an alte Zeiten: Einst stand vor dem Erholungsort „staatlich anerkannt“. Ob der Titel wieder zu erreichen ist, bleibt vorerst ungewiss. Den Weg dafür machten die Ortsteilräte aber schon mal frei. Foto: Annett Recknagel

Da ist der Ortsteilrat einig: Nach Corona sollen wieder möglichst viele Gäste nach Oberschönau kommen. Schließlich war der kleine Erholungsort in Sachen Tourismus früher schon eine große Nummer.

Oberschönau - Lang ist es her: Oberschönau war vor einigen Jahren „Staatlich anerkannter Erholungsort“, und besitzt damit eine Satzung über die Tourismusförderabgabe. Die ist wichtig, um den begehrten Titel wiederholt erhalten zu können – auch wenn das derzeit noch in den Sternen steht.

Denn die Hürden sind hoch und das Verfahren nicht billig. Steinbach-Hallenberg als Kernstadt aber schmückt sich nach wie vor mit dem oben erwähnten Namen – natürlich gemeinsam mit Herges-Hallenberg. Damit zumindest das so bleibt, muss in der Gesamtkommune eine Vereinheitlichung der Satzung und Abgaben her.

Heißt: Wenn 2028 die neuerliche Zertifizierung zum „staatlich anerkannten Erholungsort“ bevorsteht, sollte die gesamte Kommune von Oberschönau über Steinbach- und Herges-Hallenberg, nach Altersbach, Bermbach und Viernau der geltenden Satzung über die Tourismusförderabgabe zugestimmt haben. Nach Altersbach gab nun auch Oberschönau in der vierten Sitzung des Ortsteilrates am Donnerstagabend grünes Licht. Immerhin sind mit dem Papier auch Einnahmen verbunden.

Die in Steinbach- und Herges-Hallenberg vorgehaltenen 273 Betten sichern übers Jahr etwa 17 000 Euro an Einnahmen. In den zur Kernstadt dazu gekommenen Gemeinden gibt es 320 Betten, die noch mal um die 20 000 Euro Gewinn versprechen. Oberschönau hat mit dem Berghotel daran einen erheblichen Anteil.

Das Geld zahlen die Gäste bei Anreise als Tourismusförderabgabe. Pro Erwachsener werden am Tag zwei Euro fällig. Dafür kommen Urlauber in den Genuss zahlreicher Angebote. Vorgestellt wurden die zur Ortsteilratssitzung in der alten Gemeindeverwaltung von Claudia Scheerschmidt, die derzeit in der Tourismusinformation tätig ist.

Vermieter und deren künftige Gäste will man im Haseltal gleich behandeln. Das bedeutet, mit Eintreffen der Gäste und bezahlter Kurtaxe erhalten sie unverzüglich die Haseltal Card. Das geschieht durch den Vermieter und zwar elektronisch. Ziel müsse es sein, das elektronische Meldesystem in diesem Jahr in der Stadt Steinbach-Hallenberg mit allen Ortsteilen umsetzen zu können. Mit der Haseltal Card nämlich sind zahlreiche Vergünstigungen für Urlauber verbunden. Eine davon ist kostenloses Busfahren mit den Meininger Busbetrieben (MBB). Auch der Eintritt ins Metallhandwerksmuseum in Steinbach-Hallenberg ist frei.

Zudem ist die Haseltal Card an die Thüringen Card gekoppelt. Weitere 200 Angebote, die im Netz abrufbar sind, werden dem Gast unterbreitet. Claudia Scheerschmidt nannte Eintrittsermäßigungen in Museen der Region als Beispiel. „Jeder Vermieter kann die Gäste Card sofort elektronisch ausstellen“, erklärte sie.

Damit soll nicht zuletzt der Tourismus im Haseltal und in der Region aufgewertet werden. Steinbach-Hallenberges Bürgermeister Markus Böttcher sicherte den Vermietern Hilfestellung zu. Jeder Vermieter soll in Sachen elektronischer Gäste Card entsprechend geschult werden. Durch die momentane Coronalage sei das freilich schwieriger als in normalen Zeiten, aber machbar. Die Tourismusabgabe der Gäste fließe zudem eins zu eins in die touristische Infrastruktur und komme damit den jeweiligen Orten zu Gute.

Oberschönau ist die einzige Gemeinde im Haseltal, die eine eigene Satzung über eine Tourismusförderabgabe besitzt. Eben weil man den angestrebten Titel „Staatlich anerkannter Erholungsort“ schon einmal inne hatte. Die Ortsteilräte erteilten ihre Zustimmung . Damit kann in Oberschönau die Tourismusförderabgabe eingeführt werden. In den übrigen Gemeinden wird dieses Thema die Ortsteilräte demnächst auch beschäftigen.

 

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