Oberkatz Wieder ein Fest auf der „Burg“

„Ein wundervoller Platz“ ist die Burg in Oberkatz, sagt Jäger und Heimatfreund Frank Scheidler. Hier findet am Sonntag nach langer Zeit wieder ein Fest statt – das Burgfest.

Die Geschichte der „Wolfsburg“ interessierte bei einer Exkursion im Winter einige. Jetzt ist das Wetter gastlicher. Foto: privat

Eine oder sogar zwei Burgen soll Oberkatz früher gehabt haben, in grauer Vorzeit. Burg Mauerschädel, Burg Schädel oder Wolfsburg sind in Chroniken verzeichnet, sagt Frank Scheidler. Zu sehen ist von der einstigen, im 30-jährigen Krieg zerstörten Burg heute nichts mehr, aber Geschichten und Mystisches ranken sich wohl auch in heutigen Generationen noch darum. Und als Berg ist das Gelände auch heute noch augenfällig. Das Plateau, von dem man einen guten Überblick übers Dorf hat, erlebte zu DDR-Zeiten und auch danach viele Jäger- und Dorffeste, erinnert sich mancher. 1997 soll es das letzte gegeben haben. Nun soll am Sonntag, 17. August, ein Burgfest wieder Leben auf das eher abseits gelegene und nur über die Höhenschwärzer Straße zu erreichende Areal bringen, wünschen sich die Organisatoren.

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Anlass dazu gibt es. Denn es stehen Jubiläen an, auf die Scheidler gestoßen ist, die mit seinen Vorfahren zu tun haben: Der Kriegerverein Oberkatz war 1875 von seinem Urgroßvater gegründet worden und 1925 ließ der Verein eine Fahne anfertigen, die sich heute im Besitz des Oberkätzes befindet. Nach dem 1. Weltkrieg war das Kriegerdenkmal auf der Burg errichtet worden, unter dem Vereinsvorsitz seines Großvaters. Der Verein ging nach Scheidlers Wissen später in den Kyffhäuserbund über. „Aber es gibt keine Urkunde darüber, wer der Rechtsnachfolger ist.“ Interessantes Detail: Der Verein soll die Fläche auf der Burg gekauft haben, um dort einen Friedhof für Gefallene anzulegen – aber niemand hat diesen jemals genutzt.

Das Denkmal auf der „Burg“. Foto: privat

Das Kriegerdenkmal hat Frank Scheidler gesäubert und das Areal mit Gleichgesinnten wieder hergerichtet, so dass es sich am Sonntag gastlich präsentiert. Die Reservisten- und Jägergemeinschaft ist es, die er dafür um sich schart. Auf irgendeine Art kriegsverherrlichend soll das Fest nicht sein, im Gegenteil, heißt es. Es soll eher der Zusammenkunft an dem traditionsreichen Ort dienen, der nach Ansicht vieler wieder mehr Aufmerksamkeit bekommen sollte. „Vielleicht könnte man einen öffentlichen Zugang schaffen“, wünscht sich Scheidler.

Erhebt sich über dem Dorf: der Berg. Stand hier eine alte Burg? Foto: privat

Das Programm für Sonntag jedenfalls steht unter dem Motto „Oberkatz ist liebenswert und lebenswert“ und ist so gestaltet, dass es für alle Altersgruppen passt. Los geht es um 14 Uhr mit einer Ehrenbekundung am Mahnmal der Kriegsopfer, ein Zeichen des Gedenkens. Musikalisch wird der Tag vom „Jägerduo“ begleitet, das dafür schon länger probt. Es ist von den Jägern eine regionale Jagdtrophäenschau mit interessanten Exponaten vorbereitet und jedermann kann am Preisschießen mit Pfeil und Bogen teilnehmen. Für die Bewirtung sind Bratwurst, Brätel, Bier vom Fass, Kaffee und Kuchen angekündigt. Auch Kinderspiele laden zum Mitmachen ein. Frank Scheidlers Tochter Jana bietet sogar „Waldyoga“ an. Den Abschluss bildet ein Salutschießen durch den Schützenverein „Wilhelm Tell“ Aschenhausen.