Der Wintersport im Thüringer Wald lebt bekanntlich nicht nur von seinen Stars und den großen Events. Ohne ehrenamtliche Helfer und die kleinen und großen Vereine wäre kein Blumentopf zu gewinnen. Viele derer, die da an Pisten, Bahnen und Schanzen große Teile ihrer Freizeit verbringen, haben den Prozess zur Oberhofer Bob-Todesfahrt mit besonderen Gefühlen beobachtet. Und wohl ein bisschen aufgeatmet, nachdem die Eiskanal-Helferin für ihre fatale Nachlässigkeit vorerst mit einer strafrechtlichen Verwarnung davongekommen ist. Wer das zitternde Häufchen Elend im Suhler Gerichtssaal gesehen hat, erahnt, wie sehr schon der tragische Vorfall selbst, der nur durch lückenhafte Sicherheitsbedingungen überhaupt passieren konnte, eine hammerharte Strafe für die Frau aus Suhl bedeutet. Mild ist zwar das Urteil, so es denn Bestand haben wird. Alles andere als mild werden aber die lebenslangen Folgen sein, an denen sie zu knabbern haben wird. Und zwar keineswegs nur psychisch. Möglicherweise wird die 47-jährige Mutter einer Rodlerin mangels klarer Versicherungslage die hohen Prozesskosten selber tragen müssen – was bei dem vom Gericht angenommenen Tageseinkommen von 40 Euro einer immensen Geldstrafe gleichkäme. Diese Frau braucht Unterstützung aus der heimischen Wintersportszene. Bitte ganz schnell.