Oberhof Wintersport-Erlebniswelt auf Eis gelegt

Schnee zum Weltcup – aber die Generalprobe für neue Zuschauertribünen in Oberhof fiel in diesem Jahr wegen Corona aus. Foto: Martin Schutt/dpa

Thüringens Wintersport-Vorzeigeort Oberhof wird für die Doppel-Weltmeisterschaften 2023 herausgeputzt – auch trotz Corona. Aber nicht alle Projekte sind rechtzeitig zu schaffen.

Erfurt/Oberhof - Alle reden über Bau-Verzögerungen. Aber nicht die Verantwortlichen für die Vorbereitungen der doppelten Weltmeisterschaften (im Biathlon und im Rennrodeln) im Jahr 2023 in Oberhof. Einige Bauprojekte seien sogar weiter gediehen als gedacht, sagte der WM- und Oberhof-Beauftragte der Landesregierung, Finanz-Staatssekretär Hartmut Schubert, am Dienstag nach einer Kabinettssitzung zur Arbeit der Steuerungsgruppe „WM-Standort Oberhof“.

Den Angaben zufolge sind der Tribünentrakt, das Schießstand- und Technik-Gebäude, der Athletentunnel und der Umbau der Laufstrecken im Biathlonstadion zum größten Teil fertiggestellt. Hier müsse in diesem Jahr noch der Abriss und Neubau des Pressezentrums vorangetrieben werden. Offen sei noch die Entscheidung zum Bau einer eigenen Halle zur Herstellung von Kunstschnee oder die Vergabe an andere „Snow-Factories“, sagte Schubert.

An der Bob- und Rodelbahn – offiziell als „Eisarena Oberhof“ tituliert – seien die Kurven 9 und 10 einschließlich des Kinderstarts bereits umgebaut und die sogenannten Pendelstützen, auf denen die Bahn liegt, saniert worden. Hier stehen noch unter anderem der Umbau des Maschinenhauses, die Montage weiterer Abschnitte der Dachkonstruktion und das Einkürzen des Zielkreisels (Kurve 14) an.

Schubert und auch der für Sport zuständige Bildungsminister Helmut Holter (Linke) gehen davon aus, dass schon im nächsten Winter, also Anfang 2022, die Weltcups in Oberhof weitestgehend unter WM-Bedingungen stattfinden können. Bis 2023 wohl noch nicht komplett fertiggestellt sein werde der klimaneutrale Umbau in Oberhof. Dazu gehören ein Blockheizkraftwerk, das mit Biomasse betrieben werden soll, und Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern. Die Abwärme aus dem Kühlen der Wintersportanlagen soll als Fernwärme im Ort genutzt werden.

Vorerst zurückgestellt wird der Bau der geplanten Wintersport-Erlebniswelt – also eines neuen Wintersportmuseums in Oberhof. Dies sei angesichts der vielen anderen Bau-Aufgaben nicht zu schaffen, sagte Schubert. Die Entscheidung über die Erlebniswelt müsse voraussichtlich von der nächsten Landesregierung (also nach der Wahl im September) getroffen werden.

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