Normalisierung zu Israel als überraschende Bedingung
Einen Tag nach Verkündung stellt Trump das gesamte Abkommen mit einem Post bei Truth Social plötzlich wieder infrage. Er forderte erneut, dass Saudi-Arabien den Abraham-Abkommen beitritt, was für ihn selbst wie auch für Israel ein gewaltiger politischer Gewinn wäre. Es scheint, dass Trump sie erst nachträglich stellte - möglicherweise auf Druck von Ministerpräsident Netanjahu hin, oder um die Chancen des Abkommens im US-Kongress zu erhöhen.
Es scheint derzeit nicht realistisch, dass die Golfmonarchie mit Israel Frieden schließt. Zwar hatte das Land Israel schon 2002 den Frieden angeboten unter anderem mit der Forderung, dass Israel einen unabhängigen Palästinenserstaat anerkennt und sich aus allen 1967 besetzten Gebieten zurückzieht. Mit dem Gaza-Krieg ab Oktober 2023 und Israels weiteren Militäreinsätzen in der Region, darunter im Libanon, in Syrien und Katar, sind diese Ziele in noch weitere Ferne gerückt.
Die Frage der diplomatischen Annäherung ist für die saudische Königsfamilie politisch noch heikler geworden. Umfragen zufolge lehnen Bewohner der arabischen Welt eine Anerkennung Israels ganz überwiegend ab, dem Land und seinem Regierungschef Netanjahu schlägt in weiten Teilen der Region extreme Kritik und offener Hass entgegen. Mit getrieben von der Bedrohung durch den Iran, der auch Saudi-Arabien im Krieg angreift, gibt es zwar eine verdeckte Zusammenarbeit mit Israel auf Ebene von Geheimdiensten und Militär. Formal bleibt die Annäherung auf dem Tisch - politisch greifbar scheint sie nicht.