Novemberpogrom Gedenken an Opfer

Meiningen gedenkt der Opfer der Pogromnacht vom 9. November 1938. Zudem wird am Donnerstagabend eine Ausstellung eröffnet, die die ausgelöschten Orte jüdischen Lebens in den Mittelpunkt stellt.

Die ehemalige Meininger Synagoge. Foto: R. Bachner/Synagoge

Jedes Jahr findet zur Erinnerung an die Novemberpogrome am 9. November 1938 in Meiningen ein Gedenken mit Kranzniederlegung statt. An diesem Tag wurde auch die Meininger Synagoge geplündert und zerstört. Sie war von ihrer Einweihung im Jahr 1883 bis zum Pogrom der Nazis am 9. November 1938 das religiöse Zentrum der jüdischen Gemeinde. Die Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde, das Evangelische Gymnasium und die Stadt Meiningen gestalten anlässlich des Jahrestages eine Gedenkstunde. Bürgermeister Fabian Giesder lädt alle Bürger ein, sich am Donnerstag um 12 Uhr am Mahnmal im Synagogenweg dem Gedenken anzuschließen.

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Sichtbar machen, was aus dem Blick geraten ist und Jahr für Jahr unsichtbarer wird – das ist das Ziel der Ausstellung „Die Banalität des Verschwindens“. Denn die Zerstörung der Synagogen am 9. November 1938 erweist sich als dauerhafte und bis heute fortschreitende Auslöschung der Orte der Erinnerung jüdischen Lebens in Deutschland. Die Meininger Museen geben diesem Thema vom 10. November bis 21. April 2024 in den Sonderausstellungsräumen in der Mittleren Galerie von Schloss Elisabethenburg einen Raum. Die Fotografien von Jan Kobel aus Arnstadt zeigen die Orte der 32 ehemaligen Synagogen in Thüringen und den Umgang mit ihnen. Die Erläuterungen und Texte wurden von Judith Rüber verfasst. In einem zweiten Teil der Ausstellung wirft Historikerin Iris Helbing einen besonderen Blick auf Menschen und ihr Verschwinden.

Zur Ausstellungseröffnung am Donnerstag um 18 Uhr in der Schlosskirche der Elisabethenburg werden Museumsdirektor Philipp Adlung und die Erste Beigeordnete Stadt Meiningen, Monika Lösser, die Besucher begrüßen. Eine Einführung in die Ausstellung geben Judith Rüber und Iris Helbing. Der Eintritt kosten 4,50 Euro, einen musikalischen Rahmen setzen die Meininger Musiker Marcella Cagnetta Stephan (Sopran) und Heiko Denner (Klavier).