Neuhaus-Schierschnitz Eine spannende Zeitreise

Martina Hunka

Ein Multimedia-Vortrag über 875 Jahre Schwärzdorf lockt am Freitag, 10. April, in den Kultursaal Neuhaus-Schierschnitz.

Die Bahnbrücke von Schwärzdorf auf einem alten Foto. Foto: privat

Auf eine spannende Zeitreise durch die Geschichte des Ortes Schwärzdorf will die Journalistin und Buchautorin Martina Hunka ihre Zuhörer am Freitag, 10. April mitnehmen. Über Jahre hat sie die Geschichte von Schwärzdorf und seinen Bewohnern anhand zahlreicher Quellen recherchiert. Das ist auch ein Teil der eigenen Familiengeschichte, denn die Autorin lebt in dem Dorf und ist dort aufgewachsen.

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Der kleine Ort am Fuße des Höhenzuges Konreuth wurde 1151 erstmals in einer Urkunde erwähnt und zählt damit zu den älteren Siedlungen des Landkreises. Warum ist er entstanden? Warum wurde er erwähnt? Was ist seinen Bewohnern auf ihrem Weg durch die Zeiten begegnet? Martina Hunka gibt darauf viele Antworten. In ihrem Vortrag vermittelt sie ein Bild sowohl von großen historischen Ereignissen mit ihren Wirkungen als auch vom Alltagsleben der Schwärzdorfer: vom Kampf um das pure Überleben angesichts verheerender Naturereignisse, den Schrecken kriegerischer Handlungen und wirtschaftlicher Verwerfungen. Sie erzählt, wie der Fortschritt ins Dorf kam, aus Bauern Industriearbeiter wurden und die Weltgeschichte Spuren in den Familiengeschichten hinterließ, insbesondere der kalte Krieg. Die Autorin lässt auch Erkenntnisse der Ahnenforschung einfließen.

Mit Sonneberg ist der Ort seit dem Bahnbau Köppelsdorf – Stockheim im Jahr 1900 verbunden. Schwärzdorfer arbeiteten in Sonneberg, betrieben oder lieferten als Heimarbeiter der Sonneberger Spielzeug- und Porzellanindustrie zu. Etliche Familien fanden auch in der Stadt Sonneberg ein neues Zuhause.

„Besonders interessiert mich das Alltagsleben der Menschen und der Einfluss geschichtlicher Ereignisse auf ihre Schicksale“, sagt Martina Hunka.

Martina Hunka. Foto: privat

Informationen fand sie in Urkunden, offiziellen Akten im Staatsarchiv Meiningen und dem Kreisarchiv Sonneberg, in den Kirchenbüchern, Notizen des Lehrers und Gemeinderates Edmund Back, zahllosen Zeitungsartikeln, Protokollen der Gemeinde Föritz. Die Digitalisierung von Schriftgut und dessen Veröffentlichung im Internet förderten längst vergessene Begebenheiten aus Schwärzdorf zu Tage.

Ausführliche Gespräche mit den Dorfbewohnern erhellten Zusammenhänge des Dorflebens. Martina Hunka arbeitet gegenwärtig auch an einem Buch über den Ort, in dem die Ereignisse und Erkenntnisse für künftige Generationen festgehalten werden.

Der Vortrag findet am Freitag, 10. April um 18 Uhr im Kultursaal in Neuhaus-Schierschnitz statt. Er wird mit freundlicher Unterstützung der Föritztaler Bürgermeisterin Silke Fischer ermöglicht. Der Eintritt ist frei, es wird aber um Spenden zur Finanzierung der Saalmiete gebeten.