Neuhaus am Rennweg Nach dem Musical zur Turnschuh-Party

Wenn schon, denn schon: Gleich drei Gelegenheiten zum munteren Stelldichein waren am Sonnabend auf dem Apelsberg-Campus zu haben. Die Gemeinschaftsschule lud ein zum Sommerfest, die Stadt veranstaltete ein Kinderfest und der Kreissportbund rief zum Familiensporttag.

 
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Die schönsten Geschenke sucht man sich bekanntlich selber aus. Und die Gemeinschaftsschule „Am Rennsteig“ entschied in diesem Sinne auf eine großes Fest, das sie mit einem üppigen Allerlei aus fantasievoll-vielgestaltigen Angeboten zu füllen wusste. Zur Begrüßung der gut 300 Zuschauer in der Turnhalle erinnerte Schulleiterin Birgit Zimmermann an den Anlass des Beisammenseins. So bot das Sommerfest einerseits Gelegenheit das 20-jährige Jubiläum der Grundschule zu begehen. Zum Zweiten galt es ein noch nicht ganz vollendetes erstes Jahr als Gemeinschaftsschule hochleben zu lassen. Wie berichtet, haben Grundschule und TGS heuer fusioniert, sind somit unter einem Dach Bildungsbegleiter von der ersten bis zur zehnten Klasse. Das mit viel Zuspruch: Alle Klassenstufen, so hieß es, sind zweizügig oder werden’s ab August nach den Ferien sein.

Zu solchen Erfolgen konnte sich die Schulfamilie mithin am Samstag zurecht gratulieren. Doch kam das Miteinander zunächst im Gepräge einer königlichen Vermählung daher. Die Jungs und Mädchen hatten ein Musical einstudiert, innerhalb dessen viele Arbeitsgruppen eine Probe ihres Könnens ablieferten. Das Theater in der Turnhalle startete, umsäumt von Fanfarenklängen und Beifall des Volkes, mit dem Einzug der gekrönten Häupter. Allein: Bei den Royals hing der Haussegen schief. Denn ihre Majestäten Mama und Papa – dargestellt von Ayleen Adam und Colin Luckert – meinten ihr Töchterchen (Laura Muschik) endlich unter die Haube bringen zu müssen. Doch Fräulein Prinzessin – und da dürfte manch bürgerliches Elternpaar im Publikum mitfühlend geschmunzelt haben – erwies sich als ausgesprochen bockig. Weder Ritter Parzival noch Herr Lancelot konnten es ihr recht machen, den Kraft- wie den Muskelprotz ließ die Hochwohlgeborene abblitzen. Einzig einen tierlieben Menschen – „wie ich selbst einer bin“ – wollte die Prinzessin als ihren Künftigen akzeptieren. Ein bunt kostümiertes Drachen-Trio bot eine lustige Tanz-Einlage, hernach folgte der Auftritt eines Bären-Dreiers. Als die Bettelmusikanten aufspielten, fand sich ausgerechnet in dieser Truppe ein passabler Hochzeitskandidat. Mama Königin mochte motzen über den so wenig standesgemäßen Anwärter. Doch der Papa erwies sich in diesem Moment als echter King, er adelte den Auserwählten mit zwei Schwertschlägen fix zum Ritter.

Fetzige Tänze der „Konfettis“ folgten. Der Schülerchor ließ aufhorchen. Atemberaubende Leistungen auf dem Kunstrad zeigten Charlotte Hähnlein und Mia Weschenfelder, gefolgt von perfekt synchronisierter Akrobatik der beiden Kunstturnerinnen Viona Hellbach und Alina Ehrlicher. Stehender und lang anhaltender Beifall war schließlich der Lohn für die jungen Musical-Macher.

Cheforganisatorin Claudia Jäger benannte Zimmermann stellvertretend für viele engagierte Eltern, Lehrer und Schulfördervereinsmitglieder, die sich für die Veranstaltung ins Zeug gelegt hatten. Das Fest fand im Freien seinen Fortgang, mit, so Zimmermann, allerlei Belustigung und Gaumenschmaus – wie sich’s standesgemäß geziemt am Hofe von Familie König.

Schützen-Salut für den Familiensporttag

Der Neuhäuser Feuerwehrverein führte das Zepter am Bratwurstrost. Nebenan luden die Retter zum Zielschießen mit der Kübelspritze. Wer mochte, konnte sich ein Stockbrot rösten oder am AWO-Stand Riesenseifenblasen aufsteigen lassen. Inmitten des Gewusels zwischen Saftbar und Glitzertattoo-Studio im Schulfoyer bezog der Nachwuchs der Bergwachtbereitschaft Scheibe-Alsbach Posten. Nico Eichhorn, Lutz Friedrich und Dominik Voigt nahmen es dabei auf sich, einen bis zum Hals in einer Vakuum-Matratze verschnürten Bobby-Jo Haubenreißer durchs Gelände zu schleppen, als Anschauungsunterricht, wie ein Luftrettungs-Liegesack im Ernstfall zum Einsatz kommen würde. Dicht umlagert war die Teddybär-Stopferei und die Faltwerkstatt für Blech-Kranniche. Kunstlehrerin Jana Zitzmann leitete an, Schlüsselanhänger zu knüpfen. Derweil konnte man bei David Jahn, ihrem Kollegen aus dem Ethikfach, das Glücksrad mit Schwung drehen. Ausgereicht wurden die Preise vom Sechstklässler-Duo Annika und Mina. Einige Meter weiter wickelten die Mitglieder um die Vorsitzenden der – noch – zwei Schulfördervereine, Kathleen Oppel und Florian Seibt, all die Bestellungen für Kapuzenpullis mit dem Schullogo fleißig ab.

Sommerfest der Schule und Kinderfest der Stadt gingen nahtlos ineinander über. Derweil Bürgermeister Uwe Scheler am Vormittag der einen feiernden Gemeinschaft sein Grußwort entboten hatte, erledigte er um 14 Uhr die nächste Gastgeberpflicht. Zusammen mit Beate Meißner in ihrer Eigenschaft als Vorsitzende der im Kreissportbund organisierten Vereinsjugend wurde der 7. Familiensporttag des Landkreises Sonneberg auf dem Freigelände am Apelsberg eröffnet.

Einen echten Kracher hatten die Organisatoren zum Anpfiff der Turnschuh-Party in petto. So kündigte KSB-Vorsitzender Robert Eberth eine Eröffnung durch ein Neuhäuser Schützenquartett an: „Zarte Gemüter mögen sich bitte die Ohren zuhalten.“

Den Salven folgte sofort ein beherztes „Sport frei“, in das auch Steinachs Bürgermeister Ulrich Kurtz, MdL Henry Worm und der ehrenamtliche Vizelandrat Christian Tanzmeier einstimmten. Denkbar breit aufgestellt präsentierte sich das Programm. Vor der GutsMuths-Halle hatten André und Andrea Heßler vom Lauschaer Wintersportverein die Langlaufskier ausgepackt und eine Loipe auf einer Kunststoffbahn ausgerollt. In der Halle lockte der SV Medizin Sonneberg mit Line Dance und der Freizeitsportverein Wolkenrasen mit Body-Workout. Die Mitglieder des FC Rennsteig Avalanche leiteten beim Floorball an, auch die Neuhäuser Handballer nebst den Volleyballern im SV Rennsteig standen Pate bei Spaß und Spiel. Das Deutsche Sportabzeichen konnte im Rahmen des Familiensporttages kostenlos abgelegt werden. Wer die geforderten Leistungsnachweise in Weitsprung, Wurf, Sprint und Dauerlauf vorlegte, wurde hernach von Sportjugendkoordinatorin Susanne Traut mit Urkunden bedient.

Freilich hatten mancher der ganz jungen Teilnehmer auch nach noch so umfänglichem Hin und Her zwischen Laufbahn, Sandgrube und Stoppuhr letzte Kraftreserven gebunkert. Dicht umlagert waren jedenfalls ständig Hüpfburgen und Kletterberg, über den Mitglieder des TSV Meng.-Hämmern und des SC09 Effelder bis in die späten Nachmittagsstunden hinein wachten.

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