Neues Schaustück „Schwarzabeerkinner“ im Museum

Sommers Brigitte weint um die verlorenen Beeren. Foto: DSM/DSM

Ein Blick in die Kindheit der 1940er Jahre bietet das Sonneberger Spielzeugmuseum mit seinem neuen Schaustück. Am Samstag wird es mit einem großen Programm eingeführt.

Zu einem Nachmittag rund um die Figurengruppe „Sumbarcher Schwarzabeerkinner“ der Puppenkünstlerin Christa Mann lädt das Deutsche Spielzeugmuseum am Samstag, 13. August, ein. Zusammen mit dem Museums- und Geschichtsverein Sonneberg kann von 14 bis 17 Uhr gebastelt, gelauscht und genascht werden.

Christa Mann wuchs in dem 1940er Jahren in Sonneberg, Stadtteil Wehd, auf. Bei ihren Streifzügen durch die Stadt schaute sie oftmals den Heimarbeitern, Drückern, Kopfmalern und Näherinnen über die Schulter. Diese Eindrücke brachten sie über eine Ausbildung zur Dekorateurin zum Puppenmachen. In den 1990er Jahren konnte sie sich als Puppenkünstlerin national und international einen Namen machen.

In der Figurengruppe „Sumbarcher Schwarzabeerkinner“ verarbeitete sie ihre Kindheit in den schweren Kriegs- und Nachkriegsjahren, als die Kinder im Wald Beeren, Bucheckern und Pilze sammelten, um zur Nahrungsbeschaffung beizutragen. „Die Kreation meiner Gruppe Beerenkinder, „Beerkinner“, ein bildlich bleibendes Erinnern“ schrieb Christa Mann dazu.

Gezeigt werden acht Mädchen und Jungen aus Papiermaché und Filz , die die Künstlerin 2014 anfertigte und eben jenen Erinnerungen mit anderen Kindern nachempfand. Eines der Kinder ist das Abbild der jungen Christa selbst, die sich als hingefallenes Mädchen mit einem verschütteten Eimer Beeren porträtiert. Dass nicht alle Blaubeeren den Heimweg überstanden haben, zeigt auch „Sommers Brigitte“, die einem zerbrochenen Krug und den verstreuten Früchten nachweint.

Der Museums- und Geschichtsverein Sonneberg kaufte die Gruppe kurz vor dem Tod der Künstlerin im Dezember 2019 an. Nach der coronabedingten Zwangspause wird sie nun am 13. August um 14.30 Uhr feierlich der Öffentlichkeit präsentiert und im Deutschen Spielzeugmuseum dauerhaft ausgestellt. Umrahmt wird die Einführung zum Leben und Wirken von Christa Mann von einem Video ihrer Nichte Kristina Jakobs, die eigens hierfür einen Song aufgenommen hat.

Bereits zu Beginn können Kinder bei der Spielzeuggestalterin Lydia Stoppera zum Thema passend „Früchtchen aus Filz“ basteln. Am Nachmittag steuern Renate Röther und Ilona Major vom Arbeitskreis Mundart Südthüringen Heiteres und Nachdenkliches zur Nachkriegszeit im Sumbarcher Dialekt bei. Der Museums- und Geschichtsverein verwöhnt die Gäste mit Kaffee, „Schwarzabeer“-Kuchen und Gebäck.

Das Programm

ab 14 Uhr „Früchtchen aus Filz“: Basteln mit Lydia Stoppera

14.30 Uhr Feierliche Präsentation der Figurengruppe „Schwarzabeerkinner“ von Christa Mann mit einer Einführung von Christine Spiller

15.30 Uhr „Heiteres & Nachdenkliches“: Lesung mit dem Arbeitskreis Mundart Südthüringen

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