Im Lauf des Abends wird sich herausstellen, dass diese Vorschusslorbeeren mehr als berechtigt sind. Denn das neue Programm hat es in sich. Flott und ohne Längen kommt es daher, die Pointen sitzen, bleiben mitunter im Halse stecken. Oder produzieren Bilder im Kopf, die eigentlich niemand haben möchte, etwa, wenn es um ungewollte Begegnungen auf der Herrentoilette im Thüringer Landtag geht. Da ist aber auch Gertrud, die den Laden bereits in erster Generation betreibt. Und was alles passieren kann, wenn ein Modelleisenbahnfreund auf die Idee kommt, die Stadt München maßstabsgerecht nachzubauen, sorgt dann endgültig für Lachsalven, die kein Ende nehmen wollen. Oder die Tatsache, dass er – Jahrgang 1997 – nach seiner Wahl zum Stadtrat in einem Formular Auskunft darüber erteilen sollte, ob er denn mit der Staatssicherheit der 1990 zu Grabe getragenen DDR zusammengearbeitet habe. Der Saal tobt, als er aktuelle Werbeversprechen unter die Lupe nimmt, Klassentreffen und den Umgang mit Social Media beschreibt, Kissen mit Wurstmuster und Berliner Bioläden aufs Korn nimmt oder den faktisch nicht existenten Öffentlichen Personennahverkehr im ländlichen Raum süffisant beschreibt. Die Steinacher und die Sonneberger kriegen unter dem Jubel der Nachbarschaft sowieso ihr Fett weg.