Es gibt zwei mögliche Gründe für Menschen, ihr Geld buchstäblich aus dem Fenster zu werfen. Entweder, man ist derartig überreich, dass das obszöne Verpulvern finanzieller Mittel gar nicht weiter auffällt; oder aber das Geld ist schlicht einfach nichts mehr wert. Die Deutschen erlebten solch einen rasanten Werteverfall ihrer Währung etwa nach dem Ersten Weltkrieg, als auf der Höhe der Inflation ein Brot 840 Milliarden Mark kostete. Eine befremdliche Vorstellung aber, dass Geld in Deutschland sogar einmal auf einer unterirdischen Mülldeponie entsorgt werden würde, so geschehen im Zuge der Wiedervereinigung. Etwa 400 Tonnen an Ost-Mark-Scheinen wurden um 1990 in einem Stollen nahe Halberstadt zum Verrotten abgeladen. In den 2000er Jahren bereicherten sich Diebe am einstigen DDR-Vermögen, weshalb der Rest schließlich verbrannt wurde.