Neue Leiterin „Diese Aufgabe hat auf mich gewartet“

Natur in ihrer Vielfalt erleben, auch das bietet ein Aufenthalt im Schullandheim. Foto: Cornelia Eff

Die Klaviatur, die Cornelia Eff als neue Leiterin des Schullandheims Zella-Mehlis zu beherrschen hat, ist erst einmal ungewohnt. Doch nach den berühmten 100 Tagen im neuen Amt ist sie noch immer davon überzeugt, dass diese Aufgabe genau auf sie gewartet hat.

Im Büro von von Cornelia Eff hängen überall Bilder von glücklichen Kindern. Mädchen und Jungen, die über eine Blindschleiche staunen, Teenies, die im Wald Fotomotive suchen, auf Bäume klettern oder sich in der Natur als Model neu entdecken, Mädchen und Jungen, die aus Zapfen Bilder legen oder mit Obst und Gemüse lustige Schnitzbilder kreieren, die sie dann gemeinsam verputzen. Zeugnisse der vergangenen vier aufregenden Monate.

Dass die neue Leiterin des Schullandheims Zella-Mehlis selbst Grundschul- und Förderschullehrerin ist, kommt ihr sehr zugute. Über Jahre war sie an der Grundschule tätig, ebenso am Blindeninstitut in Schmalkalden. Wichtige Erfahrungen, die ihr nun sehr nützen. „Weil ich die Seite derer kenne, die ich heute im Schullandheim empfange, kann ich mich sehr gut in sie und ihre Bedürfnisse hineinversetzen“, so die 52-Jährige, die ihr bisheriges Berufsleben noch einmal auf den Kopf gestellt hat. Seit 1. April bietet sie Kindern und Lehrern sowohl ereignisreiche, als auch angenehme Aufenthalte im Schullandheim.

Ein Schritt, auf den sie große Lust hatte. „Ich habe gemerkt, dass ich noch etwas anderes tun möchte. Wann, wenn nicht jetzt?“, sagte sie sich. Die drei Kinder der Familie waren aus dem Haus. Da kam die Anzeige des Landratsamtes sehr gelegen, in der die Leitungsposition dieser Einrichtung ausgeschrieben war. Cornelia Eff brauchte nicht lange überlegen. „Diese Aufgabe hat genau auf mich gewartet“, wusste sie. Schon als Studentin faszinierte sie die Schullandheim-Arbeit. Sie schrieb das pädagogische Konzept für die Einrichtung in Kleinschmalkalden mit. Sich danach dort auch einzubringen, das wäre ihr Traum gewesen. Doch der ging nicht in Erfüllung. Sie schlug den Weg als Lehrerin ein, um Jahrzehnte später ihren damaligen Herzenswunsch mit Verspätung umzusetzen.

Wenn sie darüber berichtet, strahlen ihre Augen. Auch wenn sie weiß, das Regina Künzel ein großes Erbe hinterlassen hat. Sie war nicht einfach nur Vorgängerin, sondern hat die Einrichtung entwickelt, aufgebaut, mit Ideen und Leben erfüllt, durch gute und auch schwierige Zeiten – wie Corona – manövriert und ein enormes Netzwerk aufgebaut. „Genau das hat es mir auf der einen Seite leicht gemacht, dass ich ein ausgebuchtes, gefragtes und überall anerkanntes Haus übernehmen und zugleich die bestehenden Strukturen nutzen konnte“, weiß Cornelia Eff. Viele Stammkunden kommen seit Jahren in dieses ehrwürdige Haus und haben zu Recht eine hohe Erwartungshaltung. Diese vorgelegten Fußstapfen auszufüllen, eigene Vorstellungen umzusetzen, ist ihr wichtig. Dass Regina Künzel sowie das Landratsamt ihr dabei bei Bedarf jederzeit mit Rat und Tat zur Seite stehen, weiß Cornelia Eff sehr zu schätzen. Schließlich ist nicht nur pädagogisches Wissen gefragt, sondern auch Leitungs- und Verwaltungstätigen und ein Stück weit Marketing. „Gerade diese Vielfalt mag ich.“

Für die Kinder, die mit ihren Lehrern oder Erziehern auf Zeit in das Zella-Mehliser Schullandheim einziehen, bereitet auch die neue Leiterin individuell abgesprochene Aufenthalte vor. Kreativangebote, Naturerlebnisse beim Wandern, Teambildung spielen dabei je nach Wunsch tragende Rollen. Natürlich auch die vielen Möglichkeiten, die allein Zella-Mehlis mit dem Meeresaquarium, der Explorata-Mitmachwelt, dem Freibad, den Museen und dem alten Handwerk sowie Suhl und Oberhof zu bieten haben. Nicht nur in die neue Aufgabe, auch in Zella-Mehlis taucht Cornelia Eff immer mehr ein. Ein spannender Prozess auch für sie, der immer wieder für Überraschungen und besondere Begegnungen sorgt. Wie zur letzten Wanderung der aktuellen Ferienkinder, die zufällig das Training an der Sommerrodelbahn nicht nur erlebten, sondern sich selbst einmal ausprobieren durften.

Dass zwei Jahre ohne Klassenfahrten und teilweise Isolationsphasen bei Schülern Spuren hinterlassen, ist nicht von der Hand zu weisen. Umso wertvoller die Möglichkeiten, die das Schullandheim bietet. Hier genießen Kinder die ungeteilte Aufmerksamkeit. Ebenso sind sie wichtig für Lehrer, die als Teil der Gruppe die Funktion des Beobachters übernehmen können, die Qualitäten an den Kindern entdecken, die im Schulalltag nicht zu sehen sind, weiß Cornelia Eff um die enorme Bedeutung der Zeit im Schullandheim.

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